GRABSTEDE, 12. März 2010


Von „Hoher Burg“ zur „Dicken Buche“

AKTION Gemeinde Bockhorn und Naturschutzstiftung Friesland erhalten regionale Wahrzeichen


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Einsatz für den Naturschutz: Petra Walentowitz, Armin Tuinmann, Helga Röben, Rolf Hobbie, Ewald Spiekermann und Andreas Meinen. BILD: KAI HIPPEN Bild vergrößern

DER EINSATZ DER EIGENTÜMER VOM KLOSTERHOF LINDERN WIRD HERAUSGEHOBEN. „MAN MUSS BÄUME LIEBEN, DANN BLEIBEN SIE AUCH.“

VON KAI HIPPEN

Grabstede - „Es ist einer der schönsten Flecken in der Gemeinde Bockhorn“, bekannte Bürgermeister Ewald Spiekermann am Donnerstag vor der „Hohen Burg“ auf dem Klosterhof Lindern in Grabstede. Das sehen andere auch so, zum Beispiel Geschäftsführer Armin Tuinmann von der Naturschutzstiftung Friesland, und darum war es beiden eine Freude, mit gegenseitiger Unterstützung einen Weg zur Burg ausbessern und eine informative Tafel aufstellen zu lassen.

2000 Euro hatte die Stiftung dafür bereitgestellt, weitere 2000 Euro gingen an die Gemeinde Zetel für eigene Projekte. „Die Informationstafel soll Einheimischen und Touristen als wichtige Hinweisquelle dienen“, erklärte Spiekermann. Tuinmann hatte die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, Petra Walentowitz, mitgebracht. Er ergänzte: „Was man nicht kennt, weiß man nicht zu erhalten.“ Immerhin sei der Klosterhof Lindern schon in den 1930er Jahren zum Landschaftsschutzgebiet erklärt worden, heute gehöre er zum Schutzgebiet Neuenburger Holz.

Ebenso wie die beiden Vorredner wies auch Andreas Meinen, stellvertretender Bürgermeister im Amt, darauf hin, dass die „Hohe Burg“ nur deswegen in einem sehr guten Erhaltungszustand sei, weil sie von den Eigentümern, jetzt Rolf Hobbie und Helga Töben, in ständiger Aufmerksamkeit gepflegt werde: „So hat sie eine überregionale Bedeutung bekommen.“

Das gelte auch für die „Dicke Buche“, die mit der „Hohen Burg“ in Zusammenhang zu sehen ist und vor der im Rahmen dieser Aktion eine neue Sitzbank aufgestellt wurde. Tuinmann: „Sie ist mit den umstehenden Eichen ein Beispiel für einen alten Hudewald. So hat die Landschaft hier vor 400 oder 500 Jahren ausgesehen. Das funktioniert, weil der Bereich zwischen den Bäumen beweidet wird.“

Rolf Hobbie betonte, dass alte Bäume wie die „Dicke Buche“ von Privatleuten nur geschützt werden, wenn sie frei ohne Angst vor Auflagen handeln können: „Gibt es Schutzsatzungen, lassen die Leute Bäume gar nicht erst so weit kommen.“ Helga Töben fügte hinzu: „Man muss Bäume lieben, dann bleiben sie auch.“

Wehranlage der Johanniter aus dem 12. oder 13. Jahrhundert

Die „Hohe Burg“ wurde vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert von Johanniter-Mönchen errichtet, sie könnte zum Schutz des Klosterhofes Lindern angelegt worden sein.

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Sie bestand im Kern aus einem 4,5 Meter hohen Erdhügel mit einem Durchmesser von 40 bis 45 Metern, auf dem ein Palisadenzaun und ein ebenfalls hölzerner Wohn- oder Wehrturm stand. Der Hügel war von einem Grabensystem mit einem Durchmesser vor 110 Metern umgeben, im Süden lag eine Vorburg. Hügel und Grabensystem sind heute noch sehr gut zu erkennen.

Archäologen bezeichnen diese Burgen als „Motten“ (französisch für Erdhügel), die im hohen Mittelalter von Nordwestfrankreich ausgehend über fast ganz Europa Verbreitung fanden.




 



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