Senioren der Union beackern viele Themen
Cdu Friesland Staatssekretär Kossendey spricht über Lage in Afghanistan
Rainer Hajek (links) begrüßte in Steinhausen Staatssekretär Thomas Kossendey zu einem Vortrag. BILD: Kai Hippen 
von Kai Hippen
Steinhausen - Rainer Hajek, Vorsitzender der Senioren-Union der CDU Friesland, gab auf der Jahreshauptversammlung in der „Altdeutschen Diele“ in Steinhausen einen positiven Ausblick auf die Zukunft seiner Organisation: „Unsere Mitgliederzahl steigt ständig, wir werden immer mehr.“ Das sei auch denen zu verdanken, die am abwechslungsreichen Programm mitarbeiten würden.
Leben im Alter
Hajek, der neben dem Referenten des Tages, dem Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Kossendey, auch Elisabeth Onken vom CDU-Kreisvorstand begrüßte, zählte die zahlreichen Themen auf, mit denen sich die Senioren-Union in den vergangenen Monaten beschäftigt hatte, so mit dem Mehrgenerationenhaus, Schulformen in Friesland, Sozialstation Sande, Zusammenarbeit mit der Jungen Union. Hajek: „Aber es gibt noch viel mehr Bereiche, die wir beackern werden. So kommt im September eine Integrationsbeauftragte zu uns.“
Thomas Kossendey hielt einen Vortrag zur Lage in Afghanistan (die NWZ berichtete). Seine Einschätzung, gestützt auf zahlreiche Besuche der deutschen Soldaten: „Das Land ist ethnisch zerrissen, die Menschen beziehen ihre Identität aus ihren Familien, Clans und Stämmen. Es ist schwer davon auszugehen, dass in Afghanistan eines Tages demokratische Verhältnisse wie in Europa herrschen können.“
43 Länder seien an Hilfsaktionen in Afghanistan beteiligt, dazu 140 Nicht-Regierungsorganisationen: „Der militärische Einsatz wäre völlig sinnlos, wenn es nicht einen zivilen Beitrag in gleicher Höhe gibt.“ Und da sei neben dem Aufbau der Infrastruktur Bildung ein wichtiger Faktor: „43 Prozent der Afghanen sind unter 15 Jahre alt. Da können wir viel erreichen.“ Heute würden mehr als 30 000 Lehrer an etwa 9000 Schulen rund sieben Millionen Kinder unterrichten, 60 000 Studenten an 22 Universitäten ausgebildet.
„Ziele zu optimistisch“
Doch es sei auch Kritik vonnöten: „Wir haben uns am Anfang viel zu optimistische Ziele gesetzt. Vor allem haben die Afghanen selbst kein Vertrauen in ihre eigene Regierung.“ Der Krieg in Afghanistan „wird auch in Zukunft eine Belastung sein, Fehler sind nicht auszuschließen.“ Die deutschen Soldaten hätten für den Gebrauch der Schusswaffen keinen juristischen Freibrief, „aber einen Anspruch auf zügige Abwicklung von Verfahren.“ Darum unterstützt Kossendey die Einrichtung einer Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft. Er wandelte den Satz der ehemaligen Bischöfin Käßmann um: „Längst ist nicht alles gut in Afghanistan. Aber wir müssen dem Land helfen, sich vom Terrorismus zu befreien.“
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