Weltpokale für „Friesenfighter“
Motorsport Kai Weerts gewinnt in der Schweiz WM-Titel mit Monster-Einrad
Kai Weerts, Andreas Pantke und Arndt Weerts (von rechts) haben bei Einrad-Rennen Pokale abgeräumt. BILD: Kai Hippen 
von Kai Hippen
Grabstede - Bockhorn hat einen Weltmeister: Er heißt Kai Weerts, und er hat den Titel beim Unicycle-Rennen am vergangenen Sonnabend in der Schweiz gewonnen. In Sumiswald im Emmental war der 19-Jährige, der eine Ausbildung zum Mechatroniker bei Premium Aerotec in Varel absolviert, über 100 Fuß (30,48 Meter) der schnellste Fahrer, er brachte das „Friesenfighter Monster“ in der Superzeit von 2,57 Sekunden über die Strecke.
Am Montag kehrte das erfolgreiche Racing-Team nach Grabstede zurück, gleich mit zwei Pokalen; denn ein weiterer Friesenfighter, Andreas Pantke, siegte in seiner Kategorie mit dem „Mini Monster“. Zudem wurde ein Generationswechsel vorgenommen. Bislang hatte Arndt Weerts, der Vater des Weltmeisters, die Rennen bestritten. So ist Kai Weerts auch der bisher jüngste Titelträger.
Einrad-Motorräder
Beim Unicycle werden Einrad-Motorräder verwendet. Einzige Konstruktionsbedingung: Alles, was vor dem Rad ist, muss beim Fahren über der Erde sein. Das „Friesenfighter Monster“ hat rund 135 PS, 1000 Kubik und wird von einem Kawasaki ZX-10-Motor angetrieben. Pantkes „Mini-Monster“ verfügt über einen Puch-Maxi-Motor und „satte sieben PS am Rad“, wie Arndt Weerts, jetzt Konstrukteur, Manager und Pressesprecher, erklärte.
Immerhin 48 Teams waren in der Schweiz am Start, unter anderem aus Belgien, den Niederlanden und Frankreich. In der Hauptklasse musste sich Kai Weerts gegen 19 Fahrer durchsetzen, härteste Konkurrenten waren die „Hessische Kampfsau“ und die Lokalmatadoren aus der Schweiz, das „G 7-Team“ um Pogo.
2004 hatten die „Friesenfighter“ erstmals Wettkämpfe bestritten (NWZ berichtete), immer waren sie vorn dabei, doch zum Titel hatte es nicht gereicht. „Wir haben uns viele Gedanken um die Konstruktion gemacht, wir haben die Schaufeln an der Holzfelge des Friesenfighter-Monsters verändert. Und wir konnten dank der Hilfe des Landwirtes Hartmut Menke auf seiner Weide kurz vorher Probeläufe absolvieren. Das hat uns nach vorn gebracht“, berichtete Arndt Weerts. Mit einer etwas besseren Zeit wäre Kai Weerts sogar im „Guinness-Buch der Rekorde“ gelandet.
Dank des sportlichen Auftretens haben die „Friesenfighter“ in der Szene schon viele Freunde gewonnen: „Die Stimmung in den Fahrerlagern ist sehr kollegial, jeder hilft jedem. Wir werben dabei auch ganz bewusst für unsere Region“, fügte Arndt Weerts (Telefon 04452/91 86 20) hinzu.
Förderer helfen
Dabei ist der Einsatz enorm, Sponsoren fürs Finanzielle gibt es nicht – aber Förderer wie Ralf Stengler in Neuenburg (Autolackierung und Karosseriefachbetrieb), der für die 1000 Kilometer in die Schweiz einen Transporter samt Anhänger zur Verfügung stellte. Die Firma Berner Grafik (Varel) hilft mit Aufklebern und Uli Weinberg (Restaurationsbetrieb in Driefel) mit technischen Tipps. Olli Phrams stellte seine Werkstatt für Schweißarbeiten zur Verfügung.
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