Fabelwesen und Drachen aus Unterwelt

BUCHKUNST Tag der offenen Tür in der Bibliothek des Mariengymnasiums – Biologische Sammlung


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Heide Ilchmann und Hartmut Peters mit Schätzen aus der Bibliothek und der Biologiesammlung des Mariengymnasiums, die sie am Sonnabend präsentieren werden. BILD: SCHÖNBORN Bild vergrößern

DIE SCHULBIBLIOTHEK VERFÜGT ÜBER EINEN IN DER REGION EINMALIGEN HISTORISCHEN BESTAND. AM SONNABEND ZEIGT SIE VON 10 BIS 17 UHR IHRE SCHÄTZE U. A. ZUM THEMA „BIOLOGIE“.

Jever - Der Tag der offenen Tür der Bibliothek des Mariengymnasiums bietet in diesem Jahr gleichzeitig einen Blick in die Sammlung des Faches Biologie. Am Sonnabend, 7. November, werden von 10 bis 17 Uhr in den Räumen der Bibliothek gewichtige Buch-Folianten mit eindrucksvollen Präparaten aus der Biologiesammlung in Szene gesetzt.

Die Holzschnitte aus Conrad Gessners epochalem Werk „De Natura Avium“ (1555) können dann mit ausgestopften Störchen, Eulen und Eisvögeln verglichen werden. Dieses sehr wertvolle Buch gehörte einst Remmer von Seediek (1500 bis 1557), dem Rentmeister der Maria von Jever.

In schwarzes Leinen gebundene Leichenpredigten des 18. Jahrhunderts aus Zerbster Fürstenbesitz sind ebenso zu sehen wie ein Totenschädel oder der Nachbau eines Skeletts.

Was alles (Frosch, Spinne, Blatt) an ehemals Lebendigem zwischen Buchseiten passt, zeigt eine Fundstrecke aus der Buchwerkstatt. Dort hat die Bibliothekarin Heide Ilchmann bei Restaurierungsarbeiten u. a. schon Frösche, Spinnen und Blätter in alten Büchern gefunden.

Die Buchwerkstatt bietet um 11 und um 15 Uhr Spezialführungen zu den Themen Buchpflege und Einbandgestaltung an.

36 000 Bände

Die 36 000 Bände der Bibliothek, davon 10 000 Titel aus der Zeit vor 1900, reichen bis ins Jahr 1491 zurück und sind trotz der Ausstellungen der vergangenen Jahre längst noch nicht ausgeschöpft. Erst vor kurzem wurde hier eine bisher unbekannten Arie aus Händels Oper „Almira“ (1706) entdeckt (die NWZ berichtete).

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Höhepunkte der Schau werden sicherlich die Fabelwesen aus der „Schedelschen Weltchronik“ von 1493, Athanasius Kirchers „Mundus Subterraneus“ („Unterirdische Welt“) von 1678 mit fantasievollen Drachendarstellungen und Johann Naumanns zwölfbändige „Naturgeschichte der Vögel“ von 1897 sein. Dieses Werk weist 439 großformatige Lithographien auf.

Historische Exponate

Die in ihren ältesten Exponaten über 150 Jahre zurückreichende Sammlung Biologie, die normalerweise der Anschauung im Unterricht dient, tritt eigentlich nur anlässlich von Schuljubiläen an die Öffentlichkeit. Sie reicht vom echten Totenkopf über Tigerschädel, Elfenbein, Krokodil, Fuchs bis zu einem Kugelfisch, Muscheln und Korallen.

Die Ausstellung der Bibliothek und des Fördervereins Bibliothek e.V. wird zusammengestellt von Heide Ilchmann und von Hartmut Peters (Bibliothek) sowie von Bernd-Uwe Janssen, dem Fachgruppenleiter Biologie am Mariengymnasium.

Ein Flohmarkt der Schüler-Arbeitsgemeinschaft Bibliothek, auf dem ausgesonderte Bücher und Schenkungen von Büchern, die sich nicht für die Bestände eignen, preiswert verkauft werden, rundet das Angebot ab.


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05.11.2009
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