Fachfirma untersucht Baugrund
ALTSTADTQUARTIER Ausgrabung beginnt – Landesamt fühlt sich ausgebootet
Nach den Abrissarbeiten im künftigen Altstadtquartier zwischen St. Annen- und Großer Wasserpfortstraße sind die Archäologen am Zug: Sie sollen den Baugrund im historischen Stadtzentrum untersuchen und die Funde sichern. BILD: ULRICH SCHÖNBORN 
VON ULRICH SCHÖNBORN
Jever - Der Großteil der Abrissarbeiten im künftigen Altstadtquartier ist beendet, nun sind die Archäologen am Zug. Wie berichtet, sind archäologische Untersuchungen Bestandteil der Baugenehmigung für das Großprojekt im historischen Stadtkern.
Nach Angaben von Stadt-Kämmerer Dietmar Rüstmann soll eine private Fachfirma mit den Ausgrabungen beauftragt werden, der endgültige Vergabebeschluss fällt nach Informationen der NWZ an diesem Dienstag im Verwaltungsausschuss. Für die baubegleitenden Ausgrabungen sind Rüstmann zufolge etwa drei Monate eingeplant.
Bei der Bezirksarchäologin Dr. Jana Esther Fries vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, die bereits für die archäologischen Ausgrabungen auf dem Kirchplatz zuständig war (die NWZ berichtete), stößt die Auftragsvergabe der Stadt mit Blick auf das Altstadtquartier auf Unverständnis und Kritik. Sie habe das Projekt in den vergangenen zwei Jahren fachlich begleitet und fühle sich nun ausgebootet, sagte sie am Montag.
„Offene Fragen“
Es gebe „diverse offene Fragen“ zur Leistungsbeschreibung, zur fachlichen Begleitung und zur Auswertung und Sicherung der Funde, so Dr. Fries. Zudem befürchtet sie, dass bei den Abrissarbeiten bereits historische Kelleranlagen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Diese Sorge ist nach Angaben des Planers und Architekten Friedel Meyer unbegründet. Wo noch Keller vorhanden seien, seien die Gebäude oberflächlich abgerissen worden und der Schutt zum Teil sogar liegen geblieben und nicht abgetragen worden.
Grundsätzlich sei gegen den Einsatz einer Fachfirma nichts einzuwenden, betont Dr. Fries. Die Art und Weise, wie die Stadt mit der Ausgrabung umgehe, sei aber nicht nur fachlich fragwürdig, sondern zeuge auch von einem schlechten Stil.
Rüstmann weist diese Vorwürfe zurück. Die Stadt habe sich neben einem Kostenvoranschlag der Landesbehörde auch mehrere Angebote von Fachfirmen eingeholt und sich dann für das günstigste Angebot entschieden. Bei einem Kostenrahmen von 230 000 Euro, der zunächst im Raum stand, sei es selbstverständlich, dass man Alternativen prüfe. Der Landkreis Friesland als untere Denkmalschutzbehörde müsse der Auftragsvergabe zustimmen. Insofern sei gesichert, dass die Fremdfirma auch über die entsprechende Qualifikation verfüge.
Auftragsvergabe genehmigt
Der Leiter der Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Friesland, Dr. Martin Dehrendorf, bestätigte, dass die Auftragsvergabe geprüft und genehmigt worden sei. Sie sei zudem mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt worden.
Pikant an der Sache: Die Landesbehörde bleibt für die amtliche fachliche Begleitung der Ausgrabung zuständig – auch wenn sie bei der Auftragsvergabe nicht zum Zuge kommt. Das Landesamt muss also Dienstleister beaufsichtigen, mit denen es – wie im Fall Jever – zuvor bei der Auftragsvergabe quasi im Wettbewerb stand.
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Jever: Feuer in der eng bebauten Innenstadt
Zu einem Wohnungsbrand kam es am Mittwoch gegen 12 Uhr in der Fußgängerzone von Jever. Aus dem Obergeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses an der Großen Wasserpfortstraße (über Rossmann) schlugen Flammen. Die Feuerwehren Jever und Cleverns löschten den Brand. Dabei kam auch die Drehleiter zum Einsatz – in der engen Innenstadt ist das für die Brandschützer eine besondere Herausforderung. Da Hilferufe gehört worden waren, durchsuchten Atemschutztrupps die gesamten Wohnräume.
Die 26-jährige Mieterin und der 22-jährige Mieter, die sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs in der Wohnung aufhielten, wurden mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach der Untersuchung konnten sie die Klinik wieder verlassen.
Ein Zeuge hatte der Leitstelle über Notruf den Brand mitgeteilt. Sofort rückten Feuerwehr und Polizei zum Brandort an der Großen Wasserpfortstraße aus. Brände in der eng bebauten Altstadt von Jever gelten als besonders gefährlich, weil das Feuer dort schnell auf andere Gebäude übergreifen kann. Die Brandschützer hatten das Feuer aber schnell unter Kontrolle.
Brandherd war nach Angaben der Polizei ein Hauswirtschaftsraum im ersten Stock des älteren Wohn- und Geschäftshauses. Die Brandursache war zunächst unklar, die Ermittlungen laufen. Vorsätzliche Brandstiftung oder einen technischen Defekt schließt die Polizei nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen aus.
Den Sachschaden beziffert die Polizei auf etwa 10 000 Euro.
Der Einsatz der Feuerwehr mit sechs Fahrzeugen mitten in der Fußgängerzone hat für großes Aufsehen gesorgt. Neben den 27 Brandschützern der Freiwilligen Feuerwehr Jever waren auch zehn Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Cleverns sowie Polizisten und zwei Rettungswagen im Einsatz.
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Brauhof-Karten ausverkauft
Die Eintrittskarten für das Abendkonzert zum Brauhoffest am Sonnabend, 11. September, sind ausverkauft. Das teilte das Friesische Brauhaus zu Jever am Mittwoch mit. Für das gesamte Tagesprogramm mit Musik, Spaß und Brauerei-Besichtigungen von 11 bis 16 Uhr sei der Eintritt frei. Hier werden keine Karten benötigt. Tagsüber gibt es unter anderem die „Mister Adams Party Show“, Zauberei, Comedy-Artistikmehr
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Der Altbau der Berufsschule an der Schützenhofstraße in Jever erhält ein neues Gesicht. Die Klinkerfassade aus dem Jahr 1969 weicht einer Putz-Fassade, die in einem sandfarbenen Ton gestrichen wird. Derzeit ist das Gebäude komplett eingerüstet. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren.
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