Berufsschule erhält neues Gewand Enormer Kraftaufwand
Sanierung Wärmedämmung verändert Aussehen des Altbaus – Neue Fenster
Stefan Friedrichs von der Firma Traba mit einem neuen Fensterelement für die BBS Jever. BILD: Ulrich Schönborn 
von Ulrich Schönborn
Jever - Der Altbau der Berufsschule an der Schützenhofstraße in Jever erhält ein neues Gesicht. Die Klinkerfassade aus dem Jahr 1969 weicht einer Putz-Fassade, die in einem sandfarbenen Ton gestrichen wird. Derzeit ist das Gebäude komplett eingerüstet. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren.
Grund für das neue Aussehen ist die energetische Sanierung des Altbaus. „Die gesamte Gebäudehülle wird gedämmt“, erläuterte Bernd Janzen vom Bau-Management der Kreisverwaltung bei einem Ortstermin am Mittwoch. Bei der alten Stahl-Skelett-Bauweise konnte viel Wärme durch die Außenmauern entweichen. Die verputzen Dämmplatten sollen das künftig verhindern.
Die energetische Sanierung geht aber noch weiter: Die alten Fenster werden komplett gegen wärmedämmende neue Elemente ausgetauscht, das Dach wurde neu gedeckt und gedämmt. Zudem lässt der Landkreis eine Drainage legen, um die Bodenfeuchtigkeit vom Gebäude fernzuhalten.
Größere Umbauten im Innern gibt es lediglich im Verwaltungstrakt. Die Berufsschule wird Anfang nächsten Jahres zu einem „Regionalen Kompetenzzentrum“ mit deutlich größerer Eigenverantwortung. In der Regel werde dann auch ein Verwaltungsleiter eingestellt, so Thöle. Die Räume werden nun der neuen Verwaltungsstruktur angepasst.
Die Sanierung kostet insgesamt rund 1,9 Millionen Euro. Die Berufsschule in Jever gehört damit neben dem Ausbau der Förderschule in Jever und der Sanierung der Berufsschule Varel zu den Großprojekten in diesem Jahr. Nach Angaben von Schulamtsleiter Stefan Thöle investiert der Landkreis Friesland in diesem Jahr mehr als 10,5 Millionen Euro in seine Schulen (siehe Info-Kasten). Rückenwind erhält er dabei durch das Konjunkturpaket der Bundesregierung. So könne auch die Sanierung der BBS Jever, die eigentlich über mehrere Jahre gestreckt werden sollte, nun in „einem Rutsch“ erledigt werden.
Die Arbeiten an der Berufsschule sollen bis zu den Herbstferien abgeschlossen werden. Sie wurden Thöle zufolge so organisiert, dass nach den Sommerferien der Unterricht wieder uneingeschränkt starten kann. Die sei nur möglich dank der guten Bauleitung seiner Mitarbeiter und der hervorragenden Zusammenarbeit mit den Firmen, die überwiegend aus der Region kämen.
Der Landkreis Friesland hofft, dass durch die Sanierung der Energiebedarf der Einrichtung mit rund 1700 Schülern um rund ein Drittel gesenkt werden kann.
Bei der Planung habe allerdings nicht nur die Technik, sondern auch das Erscheinungsbild eine Rolle gespielt, betont Stefan Thöle. „Das Lehren und das Lernen müssen schließlich auch Freude machen – und dabei spielen das Ambiente und der Wohlfühlfaktor der Schule eine wichtige Rolle“, so der Schulamtsleiter.
Rund 60 Millionen Euro hat der Landkreis Friesland seit 1999 in seine Schulen investiert, mit mehr als 10,5 Millionen Euro liegt das Jahr 2010 an der Spitze. Das sind – vor allem angesichts leerer Kassen – stolze Summen und wichtige Investitionen in die Bildung und damit in die Zukunft.
Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass mit dem enormen finanziellen Kraftaufwand auch Sanierungs-Versäumnisse der Vergangenheit aufgearbeitet werden müssen. Zudem wird die Entscheidung, die voriges Jahr eröffnete Integrierte Gesamtschule am Standort Schortens einzurichten, von vielen zu Recht immer noch kritisch gesehen. Hier hat der Landkreis finanzielles Engagament gescheut und die kostengünstigste Variante gewählt. Dafür wurde eine der erfolgreichsten Hauptschulen im Landkreis geopfert. Im zentralen und gut erreichbaren Ort Sande wäre die Gesamtschule für ganz Friesland besser aufgehoben gewesen – allerdings baulich auch wesentlich teurer geworden.
2012 soll die Sanierung aller Schulen abgeschlossen werden. In den Folgejahren wird sich der Landkreis mit dem demografischen Wandel auseinander setzen müssen. Sinkende Schülerzahlen werden auch zu Standortdebatten führen.
Auch beim IGS-Standort Schortens spielte diese Entwicklung schon eine Rolle. Der Landkreis wollte keine neuen Kapazitäten schaffen, sondern die neue Schule „im Bestand“ unterbringen – das war in Schortens besser möglich als in Sande.
Nicht nur dieser Fall zeigt, wie schwierig es oft ist, bei der Schulplanung politische, finanzielle und pädagogische Interessen unter einen Hut zu bekommen.
2,5 Mio. Euro für Komplettumbau des Standorts Dannhalm.
580 000 Euro u. a. für Umbau, Brandschutz und Außenanlagen. Zudem werden rund 450 000 Euro in die Bauunterhaltung der Haupt- und Realschule Schortens investiert, die parallel zum Aufbau der IGS auslaufen.
557 000 Euro u. a. für Fachräume und Sanierung des „Turms“.
434 000 Euro u. a. für Chemie-Fachräume und Küche, Bauunterhaltung und Brandschutz.
272 500 Euro u. a. für Blitz- und Brandschutz sowie Außenanlagen.
228 000 Euro u. a. für Beleuchtung, Brandschutz und bauliche Unterhaltung.
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