JEVER, 6. Juni 2011


Die Superstars vom Schrottplatz

Prominente Ludolf-Brüder machen ganz Jever ölig – Knutschen und Autogramme


Bild

Nummernschild mit Symbolcharakter: Friesland trifft Rheinland-Pfalz (FRI-RP). Peter, Uwe und Manni Ludolf mit Fan Neele Lacinski auf dem Schrottplatz in Jever. BILDer: Oliver Braun  Bild vergrößern

Knuddeln und Knutschen mit den Ludolfs: Die berühmten Brüder aus dem Westerwald waren die Stargäste beim 23. Autotag.

von Oliver Braun

Jever - „Komm her, mein Mädchen, lass Dich mal feste drücken“, ruft Uwe Ludolf in die Menge – schon hat er am BMW-Stand die hübsche Blondine im Arm und drückt ihr einen feuchten Schmatzer auf die Wange. Und noch einen. Und, komm her, noch einen, denn die andere Seite ist ja genauso hübsch.

Die freakigen Schrottplatz-Brüder Uwe, Peter und Manni Ludolf aus Dernbach im Westerwald waren am Sonntag die Stargäste des 23. Autotags in Jever – und haben mit ihrer sympathischen Art und großer Herzenswärme die ganze Stadt ölig gemacht. Frauen wurden geknutscht und geknuddelt, Männer posierten mit einem oder mehreren Ludolfs im Arm fürs Erinnerungsfoto. Händeschütteln, Schulterklopfen, Autogramme: Die nahbaren Superstars vom Schrottplatz präsentierten sich als genau die Spaßvögel, wie man sie aus dem Fernsehen kennt.

Seit rund zehn Jahren flimmert ihr Leben im Schrott über die Fernsehschirme. Inzwischen sind Uwe (59), Peter (54) und Manni (48) Ludolf vielen so bekannt wie die Spieler der Fußball-Nationalmannschaft. Der vierte Ludolf-Bruder Günther starb vor wenigen Monaten.



Angefangen hat es mit dem Fernseh-Ruhm der Ludolfs vor rund zehn Jahren bei der 750-Jahr-Feier ihres Heimatdorfs Dernbach. Der Südwestfunk drehte zum Jubiläum einen Beitrag fürs Regionalprogramm und der Bürgermeister stellte den Fernsehleuten die Ludolf-Brüder vor. Das eigenwillige Leben der Brüder, die von der Altauto-Verwertung leben, war dem Sender einen eigenen kleinen Beitrag wert.


Goldgrube Schrottplatz
Und von da an war der Schrottplatz eine Goldgrube: Schon bald klopften die privaten Fernsehsender an und machten aus dem Leben der Ludolfs eine Doku-Reihe, die nach und nach immer mehr Fans fand. Vor zwei Jahren verschlug es die Brüder aus dem Westerwald für ihren ersten Kinofilm sogar bis nach Italien.

„Wir lieben Schrott und machen uns gerne schmutzig“, sagt Zauselbart Peter Ludolf. Vermutlich erklärt das das Rätsel ihres erstaunlichen Ruhms: Die Brüder sind authentisch, ungekünstelt, bodenständig und pflegen ihr Image als große Schmuddelkinder. Uwe sieht man nur im roten Karo-Hemd. Peter nur im schwarzen Schlabber-Shirt und zerschlissenen Schuhen, Manni trägt sogar bei hochsommerlichen Temperaturen in Jever seine grüne Bommelmütze – die hat ihm noch die Mutti gestrickt. „Wir haben die Klamotten aber in mehrfacher Ausfertigung“, sagt Peter Ludolf. „Wir gehen doch nicht ungewaschen unter die Leute.“ Oft hat man aber genau diesen Eindruck.

Schon wieder muss Uwe Ludolf, mittlerweile beim Mercedes-Stand angekommen und auch dort von einem Pulk vom Menschen umringt, knuddeln und knutschen. Mutter und Tochter wollen ein Erinnerungsfoto und müssen die Wangen hinhalten.

ANZEIGE


Kaum Zeit für Gespräche
Für Benzingespräche der Autohändler mit den „Schrottis“ bleibt kaum Zeit. Hier ein bisschen Händeschütteln, dort ein bisschen Probesitzen. Ein Händler wischt, als die Ludolfs außer Sichtweite sind, dezent mit einem Reinigungstüchlein über Sitze und Lenkrad.

Aktuell sind die Ludolfs sechsmal pro Woche im Fernsehen zu sehen, Manni Ludolf, der 37 Kilogramm abgenommen hat, trainiert für seinen ersten Marathon in Berlin. Und einen neuen Hit planen die Ludolfs auch: Auf Mallorca und auf ihrem 9000 Quadratmeter großen Schrottplatz, auf dem nach dem Haufen- und Zufallsprinzip bis zu vier Millionen Autoteile lagern, drehen sie nächste Woche einen Videoclip für ihre erste Single für das Ballermann-Publikum: „Du bist Super plus, das absolute Muss; der Star auf jeder Party, Du bist mein Maserati“ trällern die Ludolfs. Und um sie herum tänzeln hübsche Frauen mit so langen Beinen wie die Motorhaube eines Jaguar E-Type. Ihr ganzes Leben ist eben längst ein Riesenhit.






WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Flohmarkt nach norwegischem Vorbild

25.05.2012 - Einen Tag der offenen Tür mit einem norwegischen Flohmarkt veranstaltet die Tischtennisabteilung des MTV Jever am Pfingstmontag, 28. Mai, ab 10 Uhr in der Sporthalle des Mariengymnasiums Jever.
In Norwegen hat der von Vereinen organisierte „Loppemarked“ lange Tradition: Es werden im Vorfeld Waren gesammelt und dann für einen guten Zweck verkauft.mehr

60 Jahre lang gemeinsam durchs Leben gegangen

24.05.2012 - Es war die berüchtigte Liebe auf den ersten Blick, die Helmuth und Hedwig Dreyer (geborene Weerts) 1951 auf einem Schützenfest in Jever zusammenführte. Damals waren beide 22 Jahre alt. An diesem Donnerstag, 24.mehr

Fasziniert von schnellen Autos

24.05.2012 - Eetu Pitkänen (18) aus Jyväskylä in Finnland kann auch dem Wetter in Deutschland Positives abgewinnen: „Es ist viel wärmer als zu Hause“, berichtet er auf Englisch. In seinem Heimatland sei fast immer Winter.mehr

Flohmarkt auf dem Alten Markt

24.05.2012 - Am Pfingstmontag, 28. Mai, findet von 10 bis 18 Uhr auf dem Alten Markt in Jever ein Flohmarkt statt. Standplätze gibt es unter Tel. 0173/73 97 139.
mehr

Sanierung von Straße und Kanal

24.05.2012 - Der Meisenweg in Moorwarfen, bislang eine Anliegerstraße mit Schotterbelag, soll ausgebaut werden und dabei eine Betonsteindecke erhalten. Auf die von den Planern vorgeschlagenen Pflanzbeete zur Verkehrsberuhigung wird auf Wunsch der Anlieger verzichtet.mehr

TIPP DER WOCHE
Anzeige
Umfrage

Welche Chancen räumen Sie der deutschen Elf bei der Fußball-EM ein?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
25 °C
11 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat