Kliniken hoffen auf bessere Auslastung
Mutter-Kind-Kuren Friesenhörn-Geschäftsführer Thomas Bruns begrüßt Einigung – Klare Vorgaben
von Ulrich Schönborn
Jever - Nach einer langen Durststrecke hoffen die Friesenhörn-Nordseekliniken auf steigende Bewilligungszahlen bei Mutter-Kind-Kuren. „Es gibt bereits erste positive Signale seitens der Kostenträger“, sagte Thomas Bruns, Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Jever, nachdem sich der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen, das Müttergenesungswerk und der Bundesverband Deutscher Privatkliniken am Dienstag auf Änderungen der so genannten Begutachtungsrichtlinie geeinigt hatten. Bruns war als Vertreter der Privatkliniken an den Gesprächen in Berlin beteiligt. Sein Unternehmen betreibt Kurkliniken mit insgesamt 700 Betten in Horumersiel und Dangast. Wegen stark rückläufiger Belegungszahlen mussten die Kliniken zwischenzeitlich Kurzarbeit anmelden.
„Die Voraussetzungen, die zu einer Mutter- oder Vater-Kind-Kur führen können, sind nun klarer und umfassender beschrieben worden und der Medizinische Dienst und die Krankenkassen müssen ihre Entscheidung stärker auf die Umstände der Antragsteller ausrichten“, so Bruns.
Zudem müssten die Krankenkassen ihre Versicherten im Antragsverfahren umfassend unterstützen. Bislang seien in vielen Fällen Anträge ohne weitere Begründung abgelehnt und die Versicherten mit ihren Sorgen und Nöten alleine gelassen worden. Das sei künftig nicht mehr möglich.
Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Werner Kammer aus Zetel begrüßte ebenso wie seine SPD-Kollegin Karin Evers-Meyer (Zetel) das Ergebnis der Verhandlungen. Kammer warnt allerdings vor verfrühtem Optimismus: Es komme nicht auf geduldiges Papier, sondern auf die Umsetzung in der Praxis an. Er erwarte steigende Bewilligungszahlen zugunsten der betroffenen Familien und der Kliniken.
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