JEVER, 9. Februar 2012


Kindern bei Sprachentwicklung helfen Schwammige Schlagworte

Sprachförderung Landkreis stellt Fachkraft ein – Befristet bis Juli 2013


us

Jever - Um die Sprachentwicklung von Kindern in Friesland besser zu fördern, wird der Landkreis den Kindertagesstätten eine durch Landesmittel finanzierte Sprachförderkraft zur Verfügung stellen. Das teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch mit. Das Projekt war bereits in einigen Fachausschüssen der friesländischen Kommunen vorgestellt worden – so kürzlich im Sozialausschuss in Jever.

Bei rund einem Viertel von 435 untersuchten Vierjährigen aus Friesland hatte das Gesundheitsamt des Landkreises in den Jahren 2010 und 2011 Auffälligkeiten bei der Sprachentwicklung festgestellt (die NWZ  berichtete). Viele Kinder hatten Schwierigkeiten mit dem Satzbau oder der Aussprache. Daraus ergibt sich nach Auffassung der Kreisverwaltung ein zusätzlicher Förderbedarf.

Um die Sprachförderung zu verbessern, stellt die Kreisverwaltung befristet bis Juli 2013 eine Fachkraft ein, die komplett mit Landesmitteln finanziert wird. Sie soll die Kindertagesstätten in Friesland dabei unterstützen, die ohnehin zu den Aufgaben der Einrichtungen gehörende Sprachförderung für die Kinder voranzutreiben und konzeptionell in der täglichen Betreuungsarbeit zu verankern.

Ein Baustein des Konzepts sind laut Kreisverwaltung Spielkreise für Kinder, deren Sprachentwicklung gefördert werden muss. Dabei sollen auch die Eltern eng einbezogen werden. Erfahrungen aus anderen Bundesländern hätten gezeigt, dass Kinder deutlich bessere Fortschritte machen, wenn die Eltern sich für die Sprachförderung ihrer Kinder interessieren und sie unterstützen.

Die Sprachförderkraft soll zudem ein spezielles Programm für Kinder mit Migrationshintergrund und Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertagesstätten anbieten.

Die Einrichtungen in Friesland und ihre Träger haben dem entsprechenden Konzept bereits Ende 2011 zugestimmt, teilt die Kreisverwaltung mit. In Kürze könne nun die praktische Arbeit beginnen.

Es gibt bereits eine Klimaschutz-Managerin und ein von zwei Pädagogen geleitetes Bildungsbüro für die „Bildungsregion Friesland“. Nun kommt noch eine Fachkraft für Sprachförderung dazu.

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Die Kreisverwaltung nutzt gerne die Möglichkeit, sich von Dritten wie dem Land finanziertes Personal zur Bearbeitung solcher Themen ins Haus zu holen.

Die Gefahr ist indes groß, dass es statt nachhaltiger Problemlösungen nur zusätzliche Verwaltungsstrukturen gibt. Die geförderten Stellen sind meist befristet, die Probleme, die es zu lösen gilt, sind sehr komplex. So muss sich die neue Sprachförderfachkraft der Kreisverwaltung in knapp einem Jahr um rund 40 Kindergärten kümmern – wie soll das denn gehen?

Netzwerke bilden, für Probleme sensibilisieren – das sind die schwammigen Schlagworte, die bei solchen Projekten gerne fallen. Sie kosten Steuergelder. Über ihre Effektivität lässt sich streiten.

@ Den Autor erreichen Sie unter schoenborn@infoautor.de




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