ACCUM, 13. Februar 2010


Bahn sagt Lärmschutz für Accum zu

BÜRGERVERSAMMLUNG Bahn-Vertreter stellen weiterer Schritte zum Ausbau des Industriegleises vor


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Ein Güterzug bei Accum. Das Industriegleis führt dicht an einem Wohngebiet und einer Grundschule vorbei. BILD: O. BRAUN Bild vergrößern

DER GÜTERVERKEHR AUF DER BAHNSTRECKE NIMMT ZU. DIE BÜRGER ACCUMS SOLLEN VORAUSSICHTLICH MIT EINER SCHUTZWAND VOR DEM BAHNLÄRM GESCHÜTZT WERDEN.

VON MARTIN NOORMANN

Accum - Die Bürger in Accum sollen vor den erwarteten Lärm-Immissionen des zunehmenden Bahnverkehrs auf dem Industriegleis zum Jade-Weser-Port geschützt werden. Wie diese Lärmschutzmaßnahmen aussehen und welchen Umfang sie haben werden, ist allerdings noch unklar. Das ist das Ergebnis einer Informationsveranstaltung der DB-ProjektBau GmbH, die für die Bahn-Netz AG den Ausbau der Strecke vornimmt.

Das Unternehmen hatte dazu unter Leitung von Frank Heuermann die Bürger Accums in die Mühlenscheune eingeladen. Das Interesse war groß, auch weitere vom erwarteten Bahnlärm betroffene Bürger kamen.

Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling betonte, dass Lärmschutz für Accum im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens grundsätzlich festgeschrieben ist. Die bisher auf 2015 projektierten Auswirkungen sollen auf das Jahr 2025 fortgeschrieben werden. Diese liegen noch nicht vor. So sind Höhe und Länge einer Lärmschutzwand in diesem Stadium noch offen.

Das bestätigte dann im Grundsatz auch Frank Heuermann in seinem informativen Vortrag. Grundsätzlich bestehe ein Anspruch auf aktiven und passiven Lärmschutz. Demnach seien Lärmschutzeinrichtungen und Lärmschutzmaßnahmen an Häusern möglich. In Accum werde es voraussichtlich eine Lärmschutzwand geben, die eine Höhe von zwei bis drei Metern erreichen könnte. Die Höhe eines Sockels in die Höhe der Gleise müsse dabei hinzugerechnet werden.

Auch passiver Lärmschutz

Aufgrund des Planfeststellungsbeschlusses vom 11. November 2009 ist eine Überarbeitung auf die Prognose bis 2015 jetzt noch vorzunehmen, dabei könnten sich noch höhere Werte ergeben. Einzelne Gebäude, die durch eine Lärmschutzwand noch nicht hinreichend gesichert sind, haben laut Heuermann einen zusätzlichen Anspruch auf passiven Lärmschutz. Zunächst müssen von ihm und den Mitarbeitern Berechnungen vorgenommen werden, die detaillierten Ergebnisse werden dann der Stadt Schortens und den betroffenen Bürgern vorgestellt. Mit der Umsetzung werde dann zügig begonnen.

Vorab hatten Heuermann und weitere Mitarbeiter sowie der Vertreter der mit der Ertüchtigung der Bahnlinie beauftragten Firmen die jetzt anlaufenden baulichen Maßnahmen erläutert. So werden elf Kilometer neue Gleise verlegt, dazu müsse auf einem Kilometer der Untergrund verstärkt werden. Dabei werden vier neue Weichen gebaut, elf Durchlässe für Entwässerungsgräben und eine kleine Brücke über einen Wasserzug erneuert und der 950 Meter lange Kreuzungsbahnhof Accum gebaut. Schließlich erfolge noch eine neue signaltechnische Ausrüstung auf der gesamten Strecke.

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Die Anfuhr des Baumaterials und die Abfuhr der abgeräumten Materialien erfolgt überwiegend auf dem Schienenweg, so dass sich Verkehrsbelastungen in Grenzen halten sollten. Dazu seien zwei Baustelleneinrichtungsflächen nötig, und zwar in Sande sowie nahe des Jade-Weser-Ports. Außerdem würden zwei Baustellenzufahrten gebaut. Eine dieser Zufahrten ist für den Kreuzungsbahnhof und werde direkt von der Bundesstraße aus geschaffen.

Baugeräte auf Schienen

Interessant für viele Teilnehmer der Informationsveranstaltung war die Vorstellung des Maschinenkomplexes, mit dem die Gleisbauarbeiten bewältigt werden, und die technische Ausführung. Die großen Baumaschinen sind sicherlich sehenswert, sie bewegen sich ausschließlich auf der Schiene, so dass die Straßen sowohl von den Maschinen als auch von der Materialanlieferung weitgehend verschont bleiben.

Die gut zweistündige Veranstaltung verlief sehr sachlich. Heuermann hofft, dass ein Zusammenwirken der an diesem Projekt beteiligten Unternehmen und Bürger in dieser Atmosphäre fortgesetzt werden könne, damit die mehr als 16 Millionen Euro teure Maßnahme zum Wohle aller gut gelingen möge. Bürgermeister Gerhard Böhling wiederum dankte für die Offenheit im Umgang mit den Bürgern.




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