Pastorenmangel belastet Gemeindeleben
Kirche Stellenabbau und Personalnot in Schortens – Neuer Zuschnitt der Gemeindebezirke denkbar
von Oliver Braun
Schortens - Taufen nur noch einmal im Monat. Immer öfter Gottesdienste, die aus Personalnot von Aushilfskräften gehalten werden. Und immer mehr Trauerfeiern, bei denen längst pensionierte Pastoren noch einmal den Talar überstreifen. Der ev. Kirchengemeinde Schortens kommen die Pastoren(stellen) abhanden – eine Situation, die zusehends das Gemeindeleben belastet.
Vor wenigen Jahren hatte die Kirchengemeinde noch vier volle Pfarrstellen. Pastor Gerhard Küsel für Heidmühle-West, Hans-Gerd Fritzsche für Heidmühle-Ost, Hinrich Gerdes in Schortens, Doris Semmler in Roffhausen. Axel Kullik unterstützte zudem mit einer halben Stelle den Pastor in Schortens. Dann wurde gekürzt: Aus Sparzwängen entschied sich die Synode, frei gewordene Pastorenstellen gar nicht mehr oder nur noch zur Hälfte neu zu besetzen.
Inzwischen ist die Personalnot in der ev. Kirchengemeinde Schortens eklatant: „Vor zwei Jahren wurde die Stelle von Pastorin Andrea Burfeind in Schortens nicht mehr neu besetzt, Roffhausens Pastor Michael Hillmann wechselte vor vier Wochen ganz in den Schuldienst“, so der Kirchenälteste und stv. Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, Eberhard von Grumbkow. Zudem sei Pastor Fritzsche erkrankt und nicht absehbar, wann er seine Aufgaben wieder aufnehmen könne. Accums Pastor Manfred Schock hilft zwischenzeitlich aus. Und Gerhard Küsel wird in knapp einem Jahr in den Ruhestand gehen – die Nachfolge ist unklar. In Roffhausen ist kurzfristig Pastorin Katja Nolting als Notlösung eingesprungen. Ende Oktober ist auch sie wieder weg.
„Schortens wird über kurz oder lang mit zwei und einer dreiviertel Pfarrstellen auskommen müssen“, so Küsel auf Nachfrage der NWZ . Roffhausen soll offenbar keinen eigenen Pastor mehr erhalten.
Ausschüsse, Pfarrkonvent, Kindergartenverwaltung und Friedhofsangelegenheiten, Konfirmandenunterricht und Gottesdienste binden alle Zeit der Pastoren. Reserven, um noch neue Projekte für das Gemeindeleben anzuschieben, gibt es Kullik zufolge nicht.
Denkbar sei, dass Schortens seine Pfarrbezirke neu zuschneidet und sich künftig ein Team-Pfarramt die Aufgaben teilt. Laut Kullik werden die Probleme noch größer: Es drohe ein Pastorenmangel. Gegen Ende des Jahrzehnts werden viele offene Stellen nicht mehr neu besetzt werden können. Die Zahl der Theologiestudenten sei in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen.
- In den jetzt neu beginnenden PEKiP-Kursen bei „Sonnenzeit – Frühkindliche Förderung“ in Accum gibt es noch wenige freie Plätze. „PEKiP“ begleitet Eltern mit ihren Babys im ersten Lebensjahr.mehr
- Die so genannte Feierabendlinde, ein ortsbildprägender Baum an der Ecke „Wilhelmshavener Straße“ und „an der Mühle“ vor dem ehemaligen Spritzenhaus in Accum ist abgestorben und muss gefällt werden.mehr
- In Schortens sollen die Steuern steigen. Der Finanzausschuss beschloss am Mittwochabend Erhöhungen der Grundsteuern um rund zehn Prozent sowie des Gewerbesteuer-Hebesatzes. Auch die Hundesteuer soll gestaffelt um 15 bis 30 Prozent steigen und so mehr Geld in die Stadtkasse bringen.mehr
- Die Entwicklung der Mitgliederzahl ist im Bürgerverein Schortens entgegen des allgemeinen Trends konstant bis leicht steigend. Das berichtete Vorsitzender Friedrich Hanssen in der jüngsten Zusammenkunft; Zwar seien im vorigen Jahr 15 Mitglieder verstorben und weitere 11 ausgetreten, im gleichen Zeitraum verzeichnete der Verein aber auch 28 Neuaufnahmen.mehr


