SCHORTENS, 14. November 2011


Von der Freiheit in der Raucherzone

Kabarett Vince Ebert experimentiert mit „Freiheit ist alles“ im Bürgerhaus


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Kabarett mit Anspruch: Vince Ebert. BILD: Atto Ide  Bild vergrößern

ide

Schortens - Was Freiheit ist, demonstriert er auf offener Bühne ganz drastisch: Er verbrennt einen 50-Euro-Schein, nicht ohne ihn – korrekter Physiker, der er eigentlich ist – vorher mit einem Zuschauer zwecks Echtheitsbeweis getauscht zu haben. Wahrer Beweis von Freiheit ist für Vince Ebert, sich für einen Fünfziger entschieden zu haben, obwohl ihm sein Verstand sagt: „Ein Zwanziger hätte es auch getan.“ Mit diesem und anderen Experimenten geht Vince Ebert im Bürgerhaus Schortens der Frage nach, was Freiheit eigentlich ist.

Ganz banal liefert er auch die Erklärung, warum die Rolling Stones heute noch auf Tour sind: „Wenn er oft genug gehört hat ,Mick geh’ mal mit dem Hund raus und nimm den Müll mit‘, weiß Mick Jagger, es ist wieder Zeit für die nächste Tour.“ In die gleiche Kategorie gehören der Harley-Davidson fahrende Sachbearbeiter und auch David Hasselhoff.

Vom Kalauer bis in die Höhen der Philosophie erklärt der Kabarettist die Welt vom Standpunkt der Freiheit aus. So bekommt das Schopenhauer-Zitat „Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber nicht wollen, was er will“, eine ganz neue Bedeutung, wenn sich der bekennende Nichtraucher auf der Bühne aus Absperrband eine Raucherzone bastelt und demonstrativ eine Zigarette qualmt.

Ähnlich sieht Vince Ebert die Demokratie. Sie ist wie zehn Füchse und ein Hase, die darüber abstimmen, was es zu Essen geben soll. Erst wenn der Hase mit der Schrotflinte die Wahl anfechten kann, funktioniert Demokratie wirklich.

So hinterlässt er das begeisterte Schortenser Publikum durchaus mit einer Portion Nachdenklichkeit und der Erkenntnis, dass auch gelernte Physiker scharfzüngig, witzig, zuweilen bissig und frech und auch philosophisch sein können.

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