Statt Krankenhaus lieber Korallenriff
AUSWANDERER Andre Ahlers aus Obenstrohe lebt als Tauchlehrer auf Koh Samui in Thailand
In Thailands Unterwasserwelt ist Andre Ahlers unterwegs. Der ehemalige Obenstroher arbeitet dort als Tauchlehrer. 
VON TRAUTE BÖRJES-MEINARDUS
Obenstrohe/Koh Samui - 15 Jahre hat Andre Ahlers aus Obenstrohe im Krankenhaus gearbeitet, bis er vor etwa viereinhalb Jahren den OP gegen die Unterwasserwelt Thailands getauscht hat. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht und lebt als Tauchlehrer auf der Insel Koh Samui in Thailand.
Sonne, Palmen, Strand und seiner Tauchleidenschaft frönen – das alles zog den ehemaligen Krankenpfleger nach Thailand. „Das war kein schneller, unüberlegter Schritt“, berichtet er, „ich habe in einem Sechs-Jahresplan meine Überlegungen umgesetzt.“ Sehr schwer gefallen ist ihm der Abschied von seinen Eltern. „Aber dank E-Mail kann ich jeden Tag mit ihnen in Verbindung stehen, und sie kommen mich regelmäßig besuchen“, freut er sich.
Hart arbeiten
Bis auf seine Familie vermisst der ehemalige Obenstroher nichts aus Deutschland. In den viereinhalb Jahren in Thailand hat er aber auch gemerkt, dass einem dort nichts geschenkt wird: „Das Leben ist kein wenig anders als in Deutschland. Auch hier muss man hart arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.“ Die Kosten für Miete, Wasser, Strom und Lebensmittel seien zwar niedriger als in Deutschland, aber man verdiene auch weniger.
Trotzdem lebt es sich seiner Ansicht nach besser als in Deutschland: „Das Wetter ist hier einfach schöner und die Leute sind aufgeschlossener. Wenn man sich den Gegebenheiten anpassen kann, dann ist es hier lockerer zu leben.“ Aufregung sei fehl am Platz: „Wenn es hier mal einige Stunden keinen Strom oder Wasser gibt, dann akzeptiert man es eben.“
Andre Ahlers hat in Thailand Fuß gefasst, im Januar wird er auf Koh Samui seine eigene Tauchbasis eröffnen. Auch privat hat er sein Glück gefunden. Seit drei Jahren lebt er mit seiner thailändischen Freundin zusammen. Er möchte für immer auf Koh Samui leben und hofft, dass er weiterhin die Aufenthaltsgenehmigung bekommt, die bislang jährlich erneuert werden muss.
Nicht mit rosaroter Brille
Nicht über alle Anrufe und E-Mails aus seiner Heimat freut sich Andre Ahlers. Häufig bekommt er Anfragen von Deutschen, die es ihm gleichtun möchten. „Sie haben im Fernsehen etwas über Auswanderer gesehen und wollen das jetzt auch machen“, berichtet der 42-Jährige, „sie haben keine Ausbildung, kein Geld und auch keinen Plan und wollen von mir wissen, ob ich was für sie organisieren kann.“ Er warnt eindringlich davor, „mit der rosaroten Brille nach Thailand zu kommen, um hier zu scheitern.“
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