VAREL, 9. Dezember 2009


Licht-Initiative fordert Entschuldigung

POLITIK Heidi Barghop verlässt empört den Ausschuss – Fachmann informiert über LED-Technik


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In der Achterstraße stehen LED-Straßenlaternen als Musterbeispiele. BILD: BEGEROW Bild vergrößern

IN DER ACHTERNSTRAßE WURDEN MEHRERE LED-MUSTERLAMPEN AUFGESTELLT. VORERST KOMMEN IN VAREL WEITER DIE KOFFERLAMPEN ZUM EINSATZ.

VON CHRISTOPH KOOPMEINERS

Varel - Als CDU-Ratsherr Jürgen Rathkamp am Montagabend im Ausschuss für Bauen, Liegenschaften, Straßen und Verkehr öffentlich äußerte, dass ein Teil der Unterzeichner des Antrags, die Straßenbeleuchtung in Varel nachts wieder einzuschalten, zur Unterschrift gedrängt worden sei, platzte Heidi Barghop der Kragen. „Das ist eine Unverschämtheit, das muss ich mir nicht länger anhören“, sagte die Sprecherin der Initiative „Licht für Varel“ empört, stand auf, nahm ihre Tasche, marschierte wutentbrannt aus dem Saal des Rathauses II in Langendamm und knallte die Tür hinter sich zu. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis auch die zehn bis 15 anderen Initiativmitglieder den Raum verließen. Zurück blieben ihre Transparente, die sie seit Monaten bei jeder Protestaktion dabei haben.

Barghop: Unterstellung

Am Dienstag betonte Heidi Barghop gegenüber der NWZ, dass die „Unterstellung von Herrn Rathkamp“ haltlos sei. „Ich verlange eine öffentliche Entschuldigung von ihm im Stadtrat“, erklärte sie, „und zwar beim Licht-Team, bei den Bürgern und bei den Geschäftsleuten, in deren Läden die Unterschriften ausgelegen haben.“

Seit Monaten sorgt das Thema Licht für heftige Debatten in Varel. Am Montag traf sich der Ausschuss zunächst in der Achternstraße, um mehrere Straßenlaternen mit LED-Technik in Augenschein zu nehmen. Die hatte die Stadt Varel aufstellen lassen, weil von verschiedenen Seiten diese energiesparende Technik als Alternative zur nächtlichen Laternenabschaltung ins Gespräch gebracht worden sei. Bürgermeister Gerd-Christian Wagner hatte im September während einer Informationsveranstaltung der Wählergemeinschaft „Pro Varel“ versprochen, mehrere solcher Laternen aufstellen zu lassen.

LED im Mittelfeld

Auch drängt die MMW-Fraktion darauf, alte Straßenlaternen durch LED-Lampen zu ersetzen. Um diesbezüglich mehr Licht ins Dunkel zu bringen, hielt Fachmann Michael Gütschow im Ausschuss einen Vortrag über LED-Technik im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtmitteln. Er informierte auch, dass 2015 die sogenannten Quecksilberdampfleuchten vom Markt genommen werden. Davon gibt es in Varel noch 425 in den sogenannten Pilzleuchten. 2017 werden die gängigen magnetischen Vorschaltgeräte verboten. Dann dürfen nur noch elektronische Vorschaltgeräte in die Laternen eingesetzt werden. „Mit LED-Technik ist viel machbar, zum Beispiel die Möglichkeit des Dimmens von Laternen. Es muss aber anständig umgesetzt werden“, sagte Gütschow. Nur die Leuchtmittel auszutauschen, brächte keine Ersparnis. Derzeit läge die Energieeffizienz von LED-Technik noch im Mittelfeld. Die Forschung schreite aber immer weiter voran. Um LED-Technik effizient einzusetzen, spielten unter anderem die Bestromung, das

Vorschaltgerät, die Temperatur der zu kühlenden LED-Chipeinheit und die Lichtfarbe eine Rolle. Nach Aussagen von CDU-Ratsherr Ingo Langer, dessen Firma die Straßenlaternen in Varel betreut, gibt es in der Stadt keine Strecke von 40 Leuchten, wo LED-Dimmtechnik einsetzbar wäre. Dazu sei ein homogenes Netz erforderlich. Das existiere aber nicht. Grundsätzlich sind in Varel von den 3560 Straßenlaternen 1729 dimmbar.

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Verwaltung darf wählen

Einstimmig entschied der Ausschuss, weiterhin auf die sogenannten Kofferleuchten mit einer Kompaktleuchtstofflampe zu setzen. Die Stadtverwaltung darf aber jetzt aus den Produkten verschiedener Hersteller auswählen. Bislang musste sie die Lampen eines Produzenten kaufen.

Bauamtsleiter Jörg Kreikenbohm wehrte sich in diesem Zusammenhang gegen die seiner Meinung immer wieder verbreitete Äußerung, die Stadt Varel kümmere sich nicht um technische Innovationen bei der Straßenbeleuchtung. „Seit 20 Jahren schauen wir tagtäglich, wie wir die Straßenbeleuchtung wirtschaftlicher gestalten können.“


 



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