VAREL, 22. Dezember 2009


„Rücktritt logische Konsequenz“

AFFÄRE Kommunalpolitiker reagieren auf OOWV-Zuschuss für Karl-Heinz Funke


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Stößt auf Unverständnis in der Heimat: Karl-Heinz Funke. BILD: ARCHIV Bild vergrößern

2007 FEIERTE KARL-HEINZ FUNKE SEINE SILBERHOCHZEIT IN DER KURANLAGE IN DANGAST. GUT 200 GÄSTE WAREN DABEI UND BRACHTEN GESCHENKE MIT. DER OOWV STEUERTE 8000 EURO FÜR DIE FEIER SEINES VERBANDSVORSTEHERS BEI.

VON CHRISTOPH KOOPMEINERS

Varel - Was manche hinter vorgehaltener Hand sagen, spricht das Stadtrats- und Kreistagsmitglied Iko Chmielewski (MMW) aus Varel aus. „Der Rücktritt von Karl-Heinz Funke als Rats- und Kreistagsmitglied wäre die logische Konsequenz.“ Wer so die Bodenhaftung verliere und sich seine Silberhochzeit vom OOWV und damit vom Gebührenzahler mit 8000 Euro bezuschussen lasse, habe sich, der Politik und dem OOWV geschadet. „Herr Funkes Glaubwürdigkeit hat stark gelitten“, so Chmielewski.

Auch Ulrike Schlieper, die Sprecherin der SPD/FDP-Gruppe im Kreistag, ist überzeugt, dass es schwierig werden könnte, Funke als Kreistagsvorsitzenden zu halten. „Viele werden von ihm erwarten, dass er zurücktritt. Er wird jetzt wohl einige Nächte darüber schlafen und dann entscheiden, was zu tun ist.“

Schnelle Reaktion begrüßt

Schlieper begrüßte ebenso wie der SPD-Kreisvorsitzende Olaf Lies und Landrat Sven Ambrosy die schnelle Reaktion des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV), so dass Funke als Verbandsvorsteher zurückgetreten ist. „Ich missbillige das Verhalten von Herrn Funke“, sagten sowohl Lies als auch Ambrosy. Lies habe am vergangenen Wochenende mit Funke gesprochen und die Situation erläutert. „Herr Funke muss sich Gedanken machen, was der Vorfall für seine politische Zukunft bedeutet“, erklärte Lies. Die Politik brauche eine schnelle Lösung. Lies sei es wichtig, weiteren politischen Schaden von Karl-Heinz Funke zu nehmen, der hohes Ansehen in der Region und der SPD genieße. Welche Konsequenz Funke nun zieht, muss er nach Ansicht von Ambrosy selbst entscheiden. „Mich regt der Fall sehr auf, weil er dem Ruf der Politik insgesamt schadet“.

Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner (SPD) zog am Montag einen Vergleich mit dem ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Glogowski (SPD), der sich seine Hochzeitsreise vom Reiseunternehmen TUI bezahlen ließ. Nachdem der Fall bekannt wurde, trat Glogowski zurück. „Als Politiker von Format wird Herr Funke die richtige Entscheidung treffen“, meinte Wagner. Als Bürgermeister sei er am vergangenen Wochenende in Varel von vielen Bürgern auf den Fall Funke angesprochen worden und dabei auf viel Unverständnis gestoßen.

Auch Varels stellvertretender Bürgermeister Bernd Köhler (SDV) äußerte sein Unverständnis. „Ich verstehe nicht, wie Herr Funke so etwas tun kann – und dann noch als Sozialdemokrat.“

Müller schweigt noch

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Funkes Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, Alfred Müller, wollte sich am Montag nicht äußern. „Ich will mir erst alle Hintergründe besorgen.“

Ebenso möchte Ilonka Etzold (FDP) die Sache nicht kommentieren: „Die Zeitung hat alles berichtet. Das muss jeder für sich bewerten.“

Peter Tischer (CDU) sprach von einem „unglaublichen Vorgang“. „Ich möchte jetzt nicht in der Haut von Karl-Heinz Funke stecken. Er hat nun einige Entscheidungen zu treffen, die ihm nicht leicht fallen werden.“

Walter Langer (Grüne) bezeichnete es als unglücklich, dass so eine bemerkenswerte Karriere wie die von Karl-Heinz Funke durch so eine Affäre beeinträchtigt wird. „Von 8000 Euro muss einer meiner Hartz-IV-Empfänger, die ich betreue, ein Jahr lang leben“, verglich Langer.




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