„Karl-Heinz Funke hatte Narrenfreiheit“
POLITIK Zahl der Kritiker wächst – Rücktrittsforderungen des SPD-Kreisvorsitzenden und der SDV
VON CHRISTOPH KOOPMEINERS
Varel - Die Mitglieder der Fraktion der Sozialen Demokraten Varel (SDV), die auch der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) angehören, fordern Karl-Heinz Funke (SPD) zum Rücktritt aus Stadtrat und Kreistag auf. Mehr noch: Auch der SPD-Kreisvorsitzende Olaf Lies verlangt nun Funkes Rücktritt.
Nach Ansicht des SDV-Fraktionsvorsitzenden und stellvertretenden Bürgermeisters Bernd Köhler liegt Funke falsch in der Annahme, dass seine Funktion als ehemaliger Vorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) nichts mit seinem politischen Mandaten zu tun hat. Hätten die Bürger ihn nicht gewählt, wäre er auch nicht Politiker geworden und somit auch nicht Verbandsvorsteher des OOWV. Köhler: „Es ist fatal, das eine von dem anderen trennen zu wollen.“ Und Lies: „Die Bürger sehen Herrn Funke als Politiker, egal, welches Amt er bekleidet.“
Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat von Schortens, Peter Torkler, will in der „Silberhochzeits-Affäre“ nicht länger schweigen. „Nach Bekanntwerden der skandalösen Vorfälle darf nicht der Eindruck entstehen, dass nur wenige führende Mitglieder der SPD Funkes Verhalten verurteilen.“ Torkler fordert eine breite parteiinterne Diskussion. Das weitere Handeln im Fall Funke sollte dadurch bestimmt sein, Schaden von der SPD abzuwenden, um den zarten Aufbau des Vertrauensgewinns bei den Bürgern nicht wieder zu zerstören. Torkler: „Es geht nicht mehr darum, weiteren politischen Schaden von Karl-Heinz Funke zu nehmen, der hohes Ansehen in der Region und in der Partei genießt. Hat er sich in den letzen Jahren nicht selber demontiert?“
Torkler spricht von einem „Musterbeispiel von Abgehobenheit“. „Karl-Heinz Funke hatte bei all seinen Handlungen uneingeschränkte Narrenfreiheit. Keiner unserer meinungsbildenden Genossen wagte sich, ihn in seine Schranken zu verweisen.“
In diese Kerbe schlägt auch Bernd Köhler und wirft die Frage auf, wer hier eigentlich wem geschadet hat? Zusammen mit fünf weiteren SPD-Mitgliedern war er aus der Vareler SPD-Ratsfraktion ausgeschlossen worden, „weil wir eigenständig denken und damit unbequem geworden sind“. Hinzu komme das Bestreben, die jetzt in der SDV-Fraktion zusammengeschlossenen SPD-Mitglieder auch noch aus der Partei auszuschließen. „Jetzt sind ganz andere Genossen dran, über die man sich Gedanken manchen muss“, so Köhler.
Siehe auch Seite 1 und 11
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