Vor Tabus soll es kein Halt mehr geben
NEUJAHRSEMPFANG Einsparungen sind laut CDU-Stadtverband und Verwaltung dringend erforderlich
Zahlreiche Gäste begrüßten Hergen Eilers (vorne, links), Peter Tischer und Lars Kühne. Gastredner waren Gerd-Christian Wagner (rechts) und Dirk Heise (Mitte). BILD: ANKE WÖBKEN 
VON ANKE WÖBKEN
Varel - Varel als Wirtschaftsstandort weiter auszubauen und die Attraktivität als Wohnort zu steigern, zugleich Kosten in möglichst vielen Bereichen einzusparen, das sind große Ziele in Varel. Für das Einsparen „auch bisherige Tabus zu berühren – und gegebenenfalls zu brechen“, davon hat am Sonnabend beim Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbandes Varel im Vareler Waisenhaus nicht nur Hergen Eilers gesprochen, sondern auch Erster Stadtrat Dirk Heise und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. „Wir brauchen eine Kurskorrektur in Varel, und die muss auch in den Köpfen aller vollzogen werden“, so Wagner.
Interessant und schwierig
„Auf manch Liebgewonnenes muss künftig verzichtet werden“, führte er aus. 2010 bezeichnete er als „das interessanteste und schwierigste Jahr, das vor uns liegt.“
Etwa 150 Gäste begrüßte Eilers als Vorsitzender des Stadtverbandes im Waisenhaus in Varel, darunter Vertreter von Vereinen, Verbänden, des Handwerks und von Unternehmen. Gerade auch die Vereine sind in seinen Augen ein „wesentlicher Eckpfeiler des öffentlichen Lebens“ – und ein „wesentlicher Faktor“ beim Gestalten eines lebenswerten Varels. Doch gibt es „ein Defizit von 20 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt“ der Stadt. „Die hohe Verschuldung zwingt uns auf allen Ebenen zum sparsamen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln“, so Eilers. Einsparungen sind das Ziel, dabei können auch „Betroffenheiten ausgelöst“ werden, wie er sagte. „Aber ein knallhartes, rigoroses Zusammenstreichen wird es nicht geben“, so Eilers. Varel soll als Wohnort attraktiv bleiben. „Zentraler Punkt hierbei wird die Zahl und die Qualität der Arbeitsplätze sein.“
Einige „Startschüsse“ hat es nach Angaben Wagners im Jahr 2009 in Varel gegeben, beispielsweise „den Erwerb des Postgebäudes zur Sicherung der städtebaulichen Entwicklung“, den Baubeginn eines Fachmarktzentrums sowie den ersten Spatenstich für den Bau des Ausbildungs- und Technologiezentrums in direkter Nähe zu Premium Aerotec. Als „bildhafte Vorstellung“ für die Zukunft regte er bezüglich der Erweiterungsabsicht des Famila-Marktes die „Verlegung“ der Schützenwiese auf das Kasernengelände an. Dort könne ein großer Festplatz entstehen, auf dem auch der Vareler Kramermarkt Platz finden könne.
„Eine Menge Potential“
„Varel hat eine Menge Potential“, betonte der neue erste Stadtrat Heise. Der „Erhalt der Handlungsfähigkeit“ ist für ihn erklärtes Ziel. „Das endlose Schulden machen kann so nicht weiter gehen.“ Er erwartet Zielvorgaben von der Politik. „Derzeit schreibe ich noch mit einem hellblauen Stift, werde mir aber einen Rotstift zulegen“, kündigte er an. Dann heiße es mit Fingerspitzengefühl heranzugehen, auch an bisherige Tabus.
Zum aktuellen Thema bezüglich der Person Karl-Heinz Funke merkte Eilers noch an, dass die CDU Funke nicht weiter unterstützen wird. „Für uns sind die Vorwürfe zu gravierend, als dass er weiter mitgetragen werden kann.“
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