„Wollen Schülern 13 Jahre Zeit geben“
BILDUNG Djure Meinen übergibt erste Unterschriften aus Varel für „Volksbegehren für gute Schule“
So hatte es im November in der Sporthalle Altjührden begonnen: Unterschriftensammlung mit Sportlern, Eltern, Politikern und Schülern. BILD: ARCHIV 
VON CHRISTOPH KOOPMEINERS
Varel - Der Anfang ist gemacht. Doch die 317 Unterschriften aus Varel für das „Volksbegehren für gut Schule“, die Djure Meinen am Freitag im Rathaus an Bürgermeister Gerd-Christian Wagner übergeben hat, reichen noch lange nicht aus. „Unser Soll in Varel liegt bei mindestens 1700 Unterschriften, unser Ziel sind 2500 bis 3000“ formulierte der Büppeler seinen Anspruch.
Meinen ist nicht nur Schulelternratsvorsitzender in der Stadt Varel, sondern auch einer der Initiatoren des „Volksbegehrens für gute Schule“, die damit eine Schulgesetzänderung in Niedersachsen anstrebt. Verfolgt werden drei Ziele: Gymnasien und Gesamtschulen sollen zur Regelschulzeit von 13 Jahren bis zum Abitur zurückkehren. Die Gründung von Gesamtschulen soll erleichtert werden, und die Vollen Halbtagsschulen sollen bestehen bleiben.
Nach der Auftaktveranstaltung im November in der Sporthalle in Altjührden findet am Donnerstag, 25. Februar, im Vareler Rathaus eine weitere Informationsveranstaltung statt. Sie beginnt um 19 Uhr. Dort wird Djure Meinen die Einzelheiten des Volksbegehrens erläutern. Meinen möchte die Interessenten an dem Thema auch stärker vernetzen, um die Zahl der Unterschriften deutlich zu steigern.
Hintergrund der Initiative ist das veränderte Schulsystem in Niedersachsen 2004. Die Orientierungsstufe wurde abgeschafft und das Abitur nach zwölf Jahren an allgemeinbildenden Gymnasien auf den Weg gebracht. Nächstes Jahr machen Schüler erstmals nach zwölf Jahren das Reifezeugnis. An dieser Entwicklung kritisieren die Initiatoren wie Djure meinen, dass bereits in der Grundschule über die weitere Schullaufbahn der Schüler entschieden werde. Ein Wechsel von einer Realschule auf ein Gymnasium in der Mittelstufe werde praktisch unmöglich gemacht. Gymnasiasten hätten ein Jahr weniger Zeit, um dieselben Unterrichtsinhalte und dieselbe Pflichtstundenzahl wie zuvor zu absolvieren. „Wir wollen den Schülern 13 Jahre Zeit geben, ihnen aber auch zwölf Jahre ermöglichen“, erläutert Meinen seinen Ansatz. „Die Schüler sollen wählen können.“ In Gesprächen mit Eltern habe er durchaus herausgehört, dass viele Väter und Mütter mit dem Abitur nach zwölf Jahren einverstanden seien. Jedoch müsse der
Stundenplan entrümpelt werden.
Bürgermeister Wagner, der das Volksbegehren unterstützt, sieht noch viel Informationsbedarf. Deshalb sei es gut, dass es eine Broschüre gebe. „Wichtig ist aber auch das persönlich Gespräch, wie Schule in Zukunft positiv gestaltet werden kann.“
Aufgabe des Bürgermeisters ist es, die 317 Vareler Unterschriften im Meldeamt abzugleichen. Gezählt werden nur Unterschriften von Bürgern, die mindestens 18 Jahre alt sind. Damit das „Volksbegehren für gute Schule“ Realität wird, müssen bis zum 13. November 608 731 Niedersachsen den Antrag unterschrieben haben. Das sind zehn Prozent der Wahlberechtigten der letzten Landtagswahl. „Ich habe auch noch weitere Unterschriften aus anderen Gemeinden in Friesland“, berichtete Meinen. „Die müssen in den jeweiligen Städten und Gemeinden geprüft werden.“ Die erste Meldung des Landeswahlleiter Mitte Januar ergab einen Stand von 17 000 Unterschriften in Niedersachsen. „Ich gehe davon aus, dass wir bei der nächsten Mitteilung Mitte März einen deutlichen Schub nach vorne gemacht haben“, ist Meinen überzeugt.
Mehr Infos unter www.volksbegehren-schulen.de
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