Vareler investieren in Sonne
ENERGIE Lokale Agenda 21 stellt Pläne für die 2. Bürger-Photovoltaikanlage vor
Marion Borchardt sowie Thorsten Schonvogel und Klaus Leiter (links) stellten die 2. Bürger-Photovoltaikanlage vor. Sie soll auf dem Scheunendach errichtet werden. BILD: KOOPMEINERS 
VON CHRISTOPH KOOPMEINERS
Varel - Seit 20 Jahren ist Klaus Leiter im ökologischen Landbau aktiv. Seit 18 Jahren betreibt er auf seinem Hof am Flachsweg in Büppel eine Brauchwasseranlage. „Seit Jahren denke ich auch über eine Photovoltaikanlage nach. Doch alleine kann ich sie finanziell nicht stemmen.“ Nun stellt er die 220 Quadratmeter Dachfläche seiner Scheune für die 2. Bürger-Photovoltaikanlage in Varel zur Verfügung. Zusammen mit Marion Borchardt und Thorsten Schonvogel von der Lokalen Agenda 21 hat er das Projekt vorgestellt.
GbR-Gründung im April
„Am 8. April soll die GbR gegründet werden“, sagte Leiter. Vorher bietet die Lokale-Agenda-Gruppe „Energie und Bauen“ mehrere Infogespräche an. Das nächste Agenda-Treffen findet an diesem Mittwoch um 20 Uhr im Rathaus statt. Am Freitag, 12. und 19. März, jeweils um 16 Uhr, sind Gespräche auf dem Hof von Klaus Leiter geplant. Dort kann auch die Dachfläche, die nach Süd-Südost ausgerichtet ist, besichtigt werden.
100 000 Euro sollen in die 2. Bürger-Photovoltaikanlage investiert werden. „Es gibt immer wieder Interessenten für so ein Projekt“, berichtete Borchardt. Doch nicht jeder habe das passende Dach. Nach Berechnung von Schonvogel wird die Anlage eine Leistung von rund 28 kwp haben. Sie muss bis zum 1. Juli am Netz sein, um die derzeitige Einspeisevergütung von 39,14 Cent pro Kilowattstunde Strom zu erhalten – für eine Dauer von 20 Jahren.
Borchardt, Schonvogel und Leiter sehen in der Photovoltaik einen rentablen Baustein für einen zukünftigen Energiemix. So werde pro erzeugter Kilowattstunde Strom ein Kilogramm Kohlendioxid-Emission vermieden. Photovoltaik mache das unerschöpfliche Energieangebot der Sonne für unsere Stromversorgung nutzbar. Schonvogel: „Es gehört auch viel Idealismus dazu. Doch ich bin jeden Tag aufs Neue stolz über mein eigenes kleines Kraftwerk.“
Finanzieller Anreiz
Der finanzielle Anreiz ist für die meisten Investoren eine mindestens ebenso große Motivation. Die Rendite der 1. Bürger-Photovoltaikanlage beträgt laut Schonvogel (GbR-Geschäftsführer) für das vorige Jahr 4,5 Prozent. „Wir können 9000 Euro ausschütten.“ In die Anlage auf den Dächern der Grundschulen Obenstrohe und Schlossplatz waren 170 000 Euro investiert worden. 40 Bürger gaben eine Kapitalsumme von 123 000 Euro. 47 000 Euro wurden per Kredit finanziert. Bei der neuen Photovoltaikanlage wird mit einer Rendite von vier Prozent kalkuliert.
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