„Investieren statt sparen in Dangast“
TORUISMUS Kur- und Fremdenverkehrsverein gegen mögliche Schließung des Quellbades im Winter
Noch ist das Dangast-Quellbad im Grunde ganzjährig geöffnet. Im Rathaus wird überlegt, es im Winter zu schließen. 
VON CHRISTOPH KOOPMEINERS
Dangast - Der Kur- und Fremdenverkehrsverein Dangast ist besorgt über die touristische Entwicklung des Nordseebades. „Wir dürfen Dangast nicht kaputtsparen, sondern müssen den Tourismus weiter ausbauen“, fordern der 1. Vorsitzende Helmut Sauer und die 2. Vorsitzende Ina-Maria Abken-Ziegler. Anlass für ihre kritischen Äußerungen sind die Überlegungen im Vareler Rathaus, das Dangast-Quellbad aus Kostengründen im Winter zu schließen – es gibt ja noch das Hallenbad in Varel – und neben der Kurtaxe und der Zweitwohnungssteuer noch eine Fremdenverkehrsabgabe einzuführen. Diese Pläne bieten auch Diskussionsstoff für die Mitgliederversammlung des Kurvereins am kommenden Freitag um 20 Uhr im „Bistro & Cafe am alten Deich“.
Gegen Eintritt zum Strand
Sauer und Abken-Ziegler stehen der Weiterentwicklung von Dangast mit der Dorferneuerung positiv gegenüber. Auch begrüßen sie, wenn der städtische Campingplatz, der keinen Gewinn abwirft, privatisiert wird. „Wir plädieren auch dafür, den städtischen Strand samt Teehaus zu privatisieren“, geht Abken-Ziegler noch einen Schritt weiter. Dahinter steht der Wunsch des Kurvereins, alle Besucher überall in Dangast freien Zugang zum Strand zu ermöglichen. „Das wäre eine gute Werbung für Dangast; denn wir wären dann das einzige Nordseebad, das keinen Eintritt zu Strand nimmt. Das wäre ein echter Wettbewerbsvorteil.“
Ein erheblicher Nachteil für Dangast wäre nach Ansicht von Sauer und Abken-Ziegler, wenn das Dangast-Quellbad im Winter geschlossen würde. „Weihnachten ist Hochsaison in Dangast“, sagte Sauer. „Es wäre doch fatal, wenn die Vermieter ihren Gästen erklären müssten, dass das Quellbad aus Kostengründen geschlossen wäre. Das ist ein Unding.“ Von November bis März kämen täglich zwischen 224 und 289 Besucher ins Quellbad. Zum Vergleich: Im Jahresdurchschnitt sind es 487 pro Tag. Der Kurverein plädiert viel mehr dafür, private Partner für einzelne Angebote ins Quellbad zu holen, wenn es schon nicht gelingt, das Bad komplett zu privatisieren. „Kurse wie Aqua-Power werden sehr gut angenommen“, meint Abken-Ziegler. Ziel von Dangast müsse es sein, die Vor- und Nachsaison, also die Zeit nach den Herbstferien und bis zu den Osterferien, auszubauen.
549 000 Übernachtungen
Insgesamt, so Sauer, ist Dangast ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. „Von den 549 000 Übernachtungen entfallen 74 Prozent, also 411 800, auf Dangast.“ Nach Angaben des Tourismusverbandes Friesland gebe jeder Urlauber 61 Euro am Tag aus. „Das sind über auf Varel bezogen über 33 Millionen Euro im Jahr“, rechnete Sauer vor. Werde das Quellbad im Winter geschlossen, breche der Umsatz in Dangast um 20 Prozent ein, ist er überzeugt.
Kontraproduktiv wäre deshalb auch eine Fremdenverkehrsabgabe, die 1998 schon einmal in Varel im Gespräch war. Die Fremdenverkehrsabgabe müssen alle gewerblichen Betreiber entrichten, die vom Fremdenverkehr profitieren, unter anderem Hotels und Pensionen. „Die Fremdenverkehrsabgabe würde die Konkurrenzfähigkeit von Dangast behindern“, sind Sauer und Abken-Ziegler überzeugt. Um die Einnahmen der Stadt zu verbessern, sollte endlich Pacht für die Kuranlage genommen werden. Siehe Kommentar
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