VAREL, 15. März 2010


„Streiten ja, aber vertragen muss auch sein“

AUSEINANDERSETZUNG Konflikt zwischen Feuerwehr und Stadt wird auf Versammlung deutlich


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Viel Beifall für Klaus Müller (l.): Er schenkte der Vareler Wehr eine von ihm selbst geschnitzte Statue. Fritz Melcher freute sich sehr. BILD: DAGMAR DE LEVIE Bild vergrößern

DIE STIMMUNG IST NICHT GUT. ZWISCHEN DER STADT VAREL UND IHREN FREIWILLIGEN FEUERWEHREN KRISELT ES MÄCHTIG.

VON DAGMAR DE LEVIE

Varel - „Wir erwarten Taten und werden uns nicht mit Warten zufrieden geben“, sagte der stellvertretende Stadtbrandmeister Bernd Franz am Freitagabend anlässlich der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Varel im Gerätehaus an der Pelzerstraße. Franz bezog sich dabei auf den Antrag, den Mitgliedern der Feuerwehren Vergünstigungen anzubieten, um so Nachwuchs für die Wehren motivieren zu können (die NWZ berichtete). Die Personalprobleme, so Franz, führten immer mehr dazu, dass die Fahrzeuge der Wehren bei Einsätzen nicht mehr komplett besetzt werde könnten. Deshalb hätten die Führungskräfte ein Konzept zur Förderung des Ehrenamtes ausgearbeitet und der Stadt vorgelegt. „Wir erwarten uns eine Attraktivitätssteigerung der Feuerwehr“, machte Franz deutlich

Die Stadt würden die gewünschten Vergünstigungen rund 60 000 Euro kosten. In einer zuständigen Ausschuss-sitzung waren hingegen Einsparungen bei den Wehren in Höhe von 24 000 Euro angeregt worden. Der Bitte um ein Gespräch sei nicht entsprochen worden, insgesamt hätte die ganze Angelegenheit inzwischen einen faden Beigeschmack bei den Kameraden herrsche Missstimmung, kritisierte Franz. „Ich möchte Euch sagen, wir dürfen uns auch in schlechten Zeiten nicht den Anliegen unserer Wehren verschließen. Wir brauchen Nachwuchs und zwar in den aktiven Bereichen“, erklärte Bürgermeister Gerd-Christian Wagner in seinem Grußwort und betonte: „Wir stehen auf Eurer Seite, und wir wollen Gespräche führen.“ Politische Grabenkämpfe jedenfalls seien abzulehnen, forderte er. „Wenn Ihr hier Vorteile einfordert, was machen dann die Nachbarwehren. Die tun auch ihren Dienst, und bekommen vielleicht nicht solche Leistungen, weil kein Geld da ist“, gab Regierungsbrandmeister Gerd Junker zu bedenken.

Gleichwohl sei der Rat gefordert, das Gespräch mit den Wehren zu suchen. Ihm stehe es zwar nicht zu, so Landrat Sven Ambrosy, sich zu der Auseinandersetzung zu äußern, aber raten möchte er: „Streiten darf man, aber vertragen, das muss auch sein.“

Im Laufe der Versammlung überreichte Ehrenortsbrandmeister Klaus Müller Ortsbrandmeister Fritz Melcher eine von ihm selbst geschnitzte St.Florian-Statue.

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