„Kammer hat viele Sachen gut gemacht“
Politik CDU-Vorstände in Varel und Zetel entscheiden in der nächsten Woche
von Christoph Koopmeiners
Varel - In den CDU- Vorständen des Stadtverbandes Varel und Gemeindeverband Zetel wird in der nächsten Woche darüber abgestimmt, ob Kreisvorsitzender Hans-Werner Kammer (Zetel) für eine weitere Amtszeit unterstützt wird. Das erklärten am Freitag die Vorsitzenden aus Varel und Zetel, Hergen Eilers und Jörg Mondorf. Wie berichtet, hatte der CDU-Vorstand aus Bockhorn Kammer aufgefordert, sich von der Spitze des Kreisverbandes zurückzuziehen. Aus Schortens gibt es ebenfalls Stimmen gegen Kammer, der gerade als Nachrücker wieder in den Bundestag eingezogen ist und ebenfalls die CDU-Fraktion im Kreistag führt.
Kritik an Kammer
Kritiker werfen Hans-Werner Kammer mangelnde Transparenz in seiner Arbeit vor und das scheinbare Unvermögen, die unterschiedlichen Gruppen innerhalb der CDU zu bündeln. Jüngster Vorfall ist der Rücktritt des Kreistagsmitglieds Elisabeth Onken wegen „unüberbrückbaren Differenzen“ mit Kammer.
„Die Unruhe ist derzeit groß“, meinte Hergen Eilers. „Wir müssen grundsätzlich darüber reden, wie sich die CDU Friesland in Zukunft aufstellen will“, schaut der Vareler auf die Kommunal- und Landratswahl im kommenden Jahr. Gefordert sei ein Vorsitzender, der alle Mitglieder mitnimmt und das Engagement einzelner zulässt. Es gebe genug Talente in der CDU. Aufdrängen würde sich derzeit aber niemand, der die Arbeit von Hans-Werner Kammer übernehmen würde. Bis zum Kreisparteitag im Mai müsse entschieden werden, ob es sinnvoll ist, dass das Bundestagsmandat, der Fraktionsvorsitz im Kreistag und die Führung der Kreis-CDU weiter in einer Hand liegen soll. Eilers: „Die Diskussion ist offen. Hans Werner Kammer hat viele Sachen gut gemacht, vor allem als Bundestagsabgeordneter.“
Frage der Organisation
Jörg Mondorf kann sich sehr wohl vorstellen, dass Kammer diese drei Aufgaben weiterhin wahrnimmt. „Das ist eine Frage seiner Organisation“, so Mondorf. Er habe jedenfalls aus Zeteler Sicht nichts an seiner Arbeit auszusetzen. „Wir fühlen uns immer gut informiert.“ Jeder Gemeindeverband sei an den monatlichen Kreisvorstandssitzungen beteiligt. „Es ist immer leichter, auf den Vorsitzenden draufzuhauen als selber Verantwortung zu übernehmen“, meinte Mondorf.
Seiner Ansicht nach muss die politische Arbeit vor allem von unten aus den Ortsverbänden kommen und nicht vom Kreisvorstand. „Wir müssen die Bürger in den Gemeinden ansprechen und nicht die Verantwortung und Kompetenz an den Kreis abschieben. Dort wird zwar über die Müllgebühren abgestimmt, doch die meiste Arbeit muss in Zetel, Bockhorn und andernorts erledigt werden.“ Kommentar, S.40
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