VAREL, 9. April 2010


Stadt trennt sich von Schwesternstation

Soziales Ausschussmehrheit für Schließung zum 30. Juni – SPD und MMW dagegen


Die Gemeindeschwesternstation wird zum 30. Juni geschlossen. Die Mitarbeiterinnen wechseln ins Alten- und Pflegeheim Langendamm.

von Hans Begerow

Varel - Die Stadt Varel trennt sich aus wirtschaftlichen Gründen von der Gemeindeschwesternstation. Sie wird zum 30. Juni geschlossen, sollte der Rat der Empfehlung des Sozialausschusses folgen. Eine Ausschussmehrheit aus CDU, FDP und Grünen sowie SDV stimmte für die Schließung der Einrichtung, die schon mehrfach kontrovers in den Gremien diskutiert worden war (die NWZ  berichtete). Die vier Mitarbeiterinnen der Gemeindeschwesternstation wechseln ins Alten- und Pflegeheim Langendamm.

Bereits seit 1917 gab es eine Gemeindeschwesternstation in der Gemeinde Varel-Land. Das Personal stellte der Diakonieverein Berlin-Zehlendorf. 1989 endete die Kooperation mit dem Diakonieverein, weil der Verein keine Schwestern mehr stellen konnte. Deshalb beschloss der Rat, für die ehemalige Gemeinde Varel-Land eine Gemeindeschwester einzustellen. In den vergangenen Jahren ergab sich indes, dass die Schwesternstation nicht mehr kostendeckend arbeiten konnte. Es zeichne sich auch nicht ab, dass sich daran etwas ändern würde, so die Verwaltung. Mit der Beschränkung auf häusliche Krankenpflege sei die Einrichtung nicht kostendeckend zu betreiben. Der Fehlbetrag für 2009 betrug 21 350 Euro.

In der Sitzung des Sozialausschusses unter Vorsitz von Kurt Klose (SDV), machten SPD-Fraktion und Wähleraktion „Menschenmüll“ ihre ablehnende Haltung deutlich. Es gebe eine moralische Verpflichtung der Stadt, die Gemeindeschwesternstation weiter zu betreiben, sagte Christine Lampe (SPD). Und Georg Ralle (SPD) sowie Steffen Schwärmer (MMW) hielten der Mehrheit und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner vor, es werde „leichtfertig mit Arbeitsplätzen bei der Stadt umgegangen“. Um die Schwesternstation wirtschaftlich zu betreiben, hätte die Verwaltung früher reagieren müssen, sagte Schwärmer. Es handele sich nur um eine Verlagerung der Arbeit zu einem anderen Arbeitgeber, widersprach Walter Langer (Grüne). Keinesfalls habe man leichtfertig Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt. Mit sechs (CDU, FDP, Grüne, SDV) zu vier (SPD, MMW) Stimmen wurde die Schließung der Schwesternstation empfohlen. Der Rat muss nun zustimmen.



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