VAREL, 17. Mai 2010


Fisch Karl bleibt am Balken baumeln

Saisoneröffnung Fischerspiele beim „Spijöök“ locken zahlreiche Zuschauer an den Vareler Hafen


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Auch „Fredo, der Wikinger“ strauchelte auf dem Weg zu Fisch Karl. BILD: Anke Wöbken  Bild vergrößern

15 Wagemutige gaben ihr Bestes, doch keiner von ihnen schaffte den Weg bis zum Fisch. Das Preisgeld brauchte nicht ausgezahlt zu werden.

von Anke Wöbken

Varel - Schon fast an der Spitze des Balkens – und letztlich doch abgeschmiert im wahrsten Sinne des Wortes: Keiner der tapferen Mitstreiter hat es am Sonnabend bis zum Fisch geschafft, hing dieser doch mit einem Band am Ende eines mit Schmierseife eingeriebenen Balkens über dem Vareler Hafenbecken. Doch der Versuch jedes einzelnen zählte. So säumten zahlreiche Schaulustige das spektakuläre Geschehen bei den Fischerspielen anlässlich der Saisoneröffnung des Kuriositätenmuseums Spijöök.


„Spiel für ganze Männer“
„Es ist ein gefährliches Spiel“, betonte denn auch Fischerspielmeister Iko Chmielewski von der Aktionsgruppe Menschenmüll, „eigentlich nur für ganze Männer.“ Doch waren in diesem Jahr „wirklich Nachwuchsprobleme“ zu beklagen, wie er betonte. Hatten sich 2009 noch 24 junge Menschen bis zum Alter von 18 Jahren beteiligt, so waren es diesmal nur sechs junge Wagemutige unter den insgesamt 15 Teilnehmern, „wohl wegen des kühlen Wetters“, wie Chmielewski vermutete. Der jüngste von ihnen war zehn Jahre alt.

Die Tapferen legten forschen Schrittes nacheinander die erste Hälfte der Wegstrecke auf dem Balken zurück, weitaus vorsichtiger hingegen den letzten, mit Schmierseife eingeriebenen Abschnitt. Doch bei aller Vorsicht – keiner kam an den Fisch heran.

Auch „Museumsdirektor am Vareler Hafen“, Gerald Chmielewski, schaffte es ebenso wenig wie sein „Praktikant“ Sven Mairose, „Panne“, „Fredo, der Wikinger“ oder gar der „Meister der Fischerspiele“ selbst, Iko Chmielewski. Am weitesten kam noch Jörn Kickler, doch auch er musste wenige Zentimeter vor dem – kurzerhand Karl getauften – Fisch kapitulieren. Ebenso wenig Glück hatten die beiden spontan Nachnominierten, Monja Baumann und Marco Lammers.


Belohnung für die Jüngsten
Das Preisgeld brauchte nicht ausgezahlt werden. Doch erhielten die sechs jungen Teilnehmer als Belohnung für ihren Mut je zehn Euro, eigens ausgelobt von Rudolf Behrends. Die älteren hingegen gingen leer aus, aber frohen Mutes: Schließlich soll auch im kommenden Jahr die Maischollenfangsaison wieder mit den Fischerspielen eingeläutet werden, kündigte Iko Chmielewski an.

Die Besucher der Fischerspiele hatten auf jeden Fall ihren Spaß. Viele ließen sich am Eröffnungstag im „Spijöök“ noch in die Welten der Mythen und Seemanns-Legenden entführen. Zudem wies Volker Pape Kinder und Jugendliche vor dem Kuriositätenmuseum in die Schmiedekunst ein. Passend zur ebenso präsentierten Erfindermesse, auf der kreative Köpfe ihre neuesten Kreationen vorstellten, konnten junge Besucher bei ihm einen der „hilfreichen“ Notnägel schmieden. Für die musikalische Gestaltung sorgte die junge Band „Beans of Vacation“ mit rockiger Musik.


Öffnung des Museums
Das Museum „Spijöök“ ist ab sofort wieder sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, für Gruppen auch nach Vereinbarung unter Telefon 04451/4488.

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