Erlebnis, Einkaufen oder auch Wohnen

Umnutzung Viele Ideen für Vareler Kaserne – Bürgermeister rechnet mit langer Dauer für Umsetzung


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Eine Mischnutzung mit Erlebnis- und Veranstaltungsgelände sowie Wohnformen haben die Planer vorgelegt. BILD: Hans Begerow  Bild vergrößern

Das Interesse an den Ideen für die Kaserne war groß. Wohnen, Veranstaltungen und Gewerbe seien möglich, so die Planer.

von Hans Begerow

Varel - Die Friesland-Kaserne steht seit einigen Jahren leer. Das Areal umzunutzen für zivile und womöglich gemeinnützige Projekte sei Aufgabe der Stadt, sagt Architekt Johann Boner. Sein Planungsbüro hatte eine Ideensammlung entwickelt und am Dienstagabend im Rathaus interessierten Bürgern vorgestellt. Mehr als 50 waren gekommen, um von Boner, Baubecon-Projektleiter Robin Nagel und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner Antworten zur Kasernenumnutzung zu bekommen. Vier Alternativideen mit unterschiedlichen Anteilen für Wohnbebauung, Gewerbenutzung, Tourismus und Veranstaltungsgelände hatte das Büro entwickelt. Alternative Gewerbe: Wohnbebauung überwiegend in einem Zipfel nördlich der Straße An der Waldwiese (17 Baugrundstücke), Gewerbenutzung (heutiger T-Bereich; insgesamt 21 Hektar), Mischnutzung im mittleren Teil (11 Hektar), Gründerzentrum, Sportflächen/-gebäude. Erschließung über Gewerbe- und Logistikport sowie Panzerstraße. Alternative Wohnen: größerer Anteil Wohnnutzung (40 Prozent), Sondergebiet Veranstaltungsfläche mit Unterhaltungspark Technoland zur Fahrzeug und Luftfahrzeuggeschichte (25 Prozent), Parkflächen, Handel, Dienstleister. Alternative Tourismus: Veranstaltungsfläche z.B. für Unterhaltungspark Technoland überwiegt (70 Prozent), Beherbergung (20 Prozent), Wohnen (10 Prozent). Mischkonzept: Denkbar wäre eine Mischung aller drei Alternativen mit Platz für Veranstaltungen (30 Prozent), Wohnen (20 Prozent), Mischgebiet Gewerbe/Wohnen und einer Aufforstung des Sportplatzareals als Stadtwald.

Bürgermeister Gerd-Christian Wagner geht von einer längeren Phase von zehn Jahren aus, die es dauern werde, das Areal zu überplanen und damit die Voraussetzungen zu schaffen für ein ehrgeiziges Vorhaben wie das Technoland-Veranstaltungsgelände. Ratsherr Rudi Böcker schlug die Verlagerung der Sportflächen Waldstadion und Schlackeplatz auf das Kasernenareal vor, um diese gegenwärtigen Sportflächen einer Wohnnutzung zu widmen. Der Verkauf der Flächen würde das Vorhaben finanzieren. Stefanie Towanicki (Agenda-Gruppe Wohnen im Alter) fragte nach Flächen für Seniorenwohnen, Heidi Barghop nach Wohnraum für junge Leute, Lutz Wollweber fragte nach der Realisierbarkeit der Projekte. Architekt Boner: „Das ist Anschauungsmaterial, um die Fantasie anzuregen. Ein solches Riesenareal lässt sich nur mit vielen Partnern gestalten.“

wurde 2006 von der Bundeswehr geräumt, ein Nachkommando war noch bis Frühjahr 2007 in der Kaserne. Seither steht das Areal weitgehend leer.

hat 2008 die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau West beantragt. 2009 wurde der Antrag bewilligt. 1,14 Millionen Euro, gestückelt auf mehrere Jahre, erhält die Stadt aus dem Förderfonds. Dafür können Kosten für Gutachten, Planungskosten oder Grunderwerb für öffentliche Nutzung bezahlt werden. Auch Gebäudemodernisierung oder Anpassung an technische Infrastruktur kann daraus bezahlt werden. Zum Vergleich: Der Umbau eines einzigen h-förmigen Kasernengebäudes (davon gibt es fünf) kostet circa fünf Millionen Euro, auch der Abriss dieser massiven Gebäude verschlingt mehrere hunderttausend Euro. Eigentümer der Kaserne ist die Bima, die Bundesanstalt für Immobilienbesitz.

umfasst 34 Hektar, von Ost nach West gibt es eine Höhendifferenz von bis zu neun Metern. Die Nachbarbebauung erlaubt im östlichen Teil des Areals vorwiegend Wohnbebauung.

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10.06.2010
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