VAREL, 14. Juli 2010


Krawatte bleibt auch bei Hitze Standard

Kleidervorschriften In Büros mit Publikumsverkehr gelten gewisse Standards


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Kein Problem mit Hemd und Bluse bei sommerlichen Temperaturen: Inga Rinne und Philipp Horstmann arbeiten in der Landessparkasse zu Oldenburg. BILD: Hans Begerow  Bild vergrößern

Auf der Straße geht es bei hochsommerlichen Temperaturen leger zu. In vielen Büros ist die Krawatte Pflicht.

von Hans Begerow

Varel - Luftige Freizeitkleidung bestimmt das Erscheinungsbild in Varels Fußgängerzone. Kein Wunder, reichen die Temperaturen der vergangenen Tage oft an 30 Grad Celsius heran. In den Büros jedoch sind Anzughosen und Krawatten, schicke Blusen und knielange Röcke tonangebend. Spezielle Kleidervorschriften für sommerliches Wetter gebe es bei der LzO nicht, sagt Annette Batke, stellvertretende Filialdirektorin der Landessparkasse zu Oldenburg. Unabhängig von der Hitze tragen die Mitarbeiter aber Hemd und Krawatte, die Mitarbeiterinnen Rock und Bluse. „Wir wollen Seriosität darstellen, weil die Kunden das auch von uns erwarten.“


Kurzärmeliges Hemd
LzO-Chef Klaus Blum räumt ein, dass er bei Temperaturen von 30 Grad schon mal auf sein Jackett verzichtet. Und für die Filialen, in denen es keine Klima-Anlage gibt, „lässt die Leitung schon mal ein Eis springen“, sagte Annette Batke. Erleichternd bei den sommerlichen Temperaturen wirkt die Klimaanlage in der Filiale Varel, wo Philipp Horstmann (23) und Inga Rinne (19) kein Problem mit den banküblichen Kleidervorschriften haben.

Übrigens muss das Hemd nicht mehr langärmelig sein, verrät Marco Peters, Leiter der OLB-Filiale Varel. Die Krawatte aber ist Pflicht. In der Vareler OLB gibt es keine Klimaanlage, wohl aber Außenjalousien, die die direkte Sonneneinstrahlung fernhalten.

Trotz Außenjalousien heizt sich auch die Hauptstelle der Raiffeisen-Volksbank in Varel auf, hat Suela Reinen, Leiterin der Privatkundenabteilung bemerkt. Gleichwohl gilt auch bei hohen Temperaturen das Gebot der Seriosität, und die wird nun einmal bei Bankern durch Schlips und Kragen, bei Frauen durch Rock oder Hose mit Bluse vermittelt. „Die Kunden erwarten das“, sagt Suela Reinen.

Auch in anderen Branchen gibt es Bekleidungsvorschriften. Die Fahrer von Omnibusverkehr Bruns tragen lange Hosen und festes Schuhwerk, dazu ein kurzärmeliges Diensthemd im Sommer. Nicht alle Busse sind klimatisiert, zumindest aber können die Dachluken für Durchzug sorgen, sagt Heike Gentemann. Etwa 20 Fahrer sind zurzeit unterwegs, in den Ferien weniger als zu Schulzeiten.

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Nur das Lüften bleibt
In Behörden gelten ebenfalls Vorschriften. Im Rathaus wird von den männlichen Mitarbeitern erwartet, dass sie eine lange Hose tragen, „Krawatte ist nicht Pflicht, es kann ruhig ein kurzärmeliges Hemd sein“, sagt Erster Stadtrat Dirk Heise und verweist auf den Publikumsverkehr. „Nicht im Strandkleid und nicht im Bikini“, sollten die Mitarbeiterinnen ihren Dienst verrichten, sagt Birgit Blanke, Geschäftsleiterin des Amtsgerichts zu den Kleidervorschriften in der Justiz. Für Amtshandlungen, also in Gerichtsverhandlungen, müssen die Richter Robe und weiße Krawatte tragen, die (zumeist weiblichen) Protokollführer Robe und weiße Bluse. Und die beiden Wachtmeister des Amtsgerichts müssen natürlich Uniform tragen. Eine Klimaanlage gibt es im Amtsgericht nicht, immerhin beschichtete Rollos an den Fenstern der Südseite. Trotzdem wird es dort auf Dauer warm. „Nur lüften, das ist das einzige, was wir tun können“, sagt die Geschäftsleiterin.




 



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