„Beruf bedeutet Teilhabe am Leben“
Sozialarbeit Landesbeauftragter Finke und Abgeordneter Lies in Jeringhave
Heike Sander erläuterte Karl Finke, Olaf Lies und Manfred Pfaus (von links) die Neuerungen. BILD: Hans Begerow 
Jeringhave - „Wir haben uns auf den Weg gemacht für neue Perspektiven“, beschreibt Manfred Pfaus, Geschäftsführer der Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit (GPS), die neue Ausrichtung der GPS, die seit 42 Jahren Werkstätten und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Wilhelmshaven, Friesland und im Ammerland betreibt. Inklusion, die Dazugehörigkeit von Menschen mit Behinderungen im gesellschaftlichen Leben, ist der Fachbegriff für diese Neuerungen.
Pfaus und Heike Sander, Leiterin der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Jeringhave, erläuterten am Mittwoch dem SPD-Landtagsabgeordneten Olaf Lies und dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Karl Finke, das neue Konzept der Werkstätten und anderen Einrichtungen (heilpädagogische Kindergärten und Wohnheime, Werkstätten für Menschen mit seelischen Behinderungen wie zum Beispiel in Roffhausen). Er könne sich vorstellen, dass Bestandteile der heilpädagogischen Arbeit mit Kindern in Regelkindergärten und Regelschulen integriert werden, sagte Pfaus. Die Eltern müssten aber die Wahl haben.
Pfaus sieht eine erheblichen Nachholbedarf bei Wohnheimplätzen für ältere Menschen mit Behinderungen ab 60 Jahre. „Die Zahlen werden deutlich ansteigen.“ Jüngere Menschen mit Behinderungen gehen eher in betreute Wohngruppen. Eine besondere Entwicklung hat der Heilpädagogische Wohnverbund, in dem Kinder und Jugendliche mit Behinderungen leben. Innerhalb von 15 Jahren ist dieser Wohnverbund aufgebaut worden, erläuterte dessen Leiterin Sabine Gastmann (Wilhelmshaven). Mehrere Wohngruppen gibt es in Wilhelmshaven, darunter Wohngruppen mit zwölf Plätzen für Jugendliche. Weitere Wohngruppen gibt es in Grabstede mit acht Plätzen und in Etzel, mitten in einem Wohngebiet, mit elf Plätzen.
Lies versprach, sich dafür einzusetzen, dass die Finanzierung der Kurzzeitplätze unbürokratischer geregelt wird. Sie sollen Eltern von Kindern mit Mehrfachbehinderungen an Wochenenden oder in der Urlaubszeit Entlastung bringen. Die Kinder werden in einer der Wohngruppen in Wilhelmshaven und Etzel versorgt, während die Eltern für eine Weile Entlastung von der Versorgung haben.
Als gelungenes Beispiel von Inklusion bezeichnete Sander die Ansiedlung von Außengruppen der Werkstatt in „normalen“ Produktionsbetrieben, wie es bei Bahlsen (Verpackungsarbeiten) und bei Premium Aerotec (eine Gruppe brachte System in die Aufbewahrung von Werkzeugen) praktiziert wurde.
Finke zeigte sich an allen vorgestellten Projekten interessiert. Prinzip müsse sein, Normalität zu organisieren. Berufliche Eingliederung sei ein wesentlicher Bestandteil der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
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