DANGAST, 27. August 2010


Mann will zum Leuchtturm Arngast schwimmen - Dramatische Rettung

Rettungsaktion Mann will alleine zum Leuchtturm Arngast schwimmen – Urlauber alarmiert DLRG


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Der Rettungshubschrauber musste am Strand in Dangast landen und die Seilwinde montieren, bevor der Mann aus dem Jadebusen gerettet werden konnte BILD: privat  Bild vergrößern

Der Jadebusen hatte eine Wassertemperatur von 20 Grad. Der Mann war anfangs nicht alleine.

von Christoph Koopmeiners

Dangast - Dieser Ausflug ins Wattenmeer hätte tödlich enden können. Herbert Schäfer, seit 35 Jahren DLRG-Rettungsschwimmer, schüttelt verständnislos den Kopf. „Wie kann jemand bei ablaufendem Wasser alleine zum Arngaster Leuchtturm schwimmen wollen?“ Als die Einsatzkräfte von „Christoph 26“ den Mittfünfziger aus dem Jadebusen fischten, war er schon schwach und unterkühlt. Es bedurfte nicht nur eines Zufalls, dass der Mann aus Rheda-Wiedenbrück, der seit Jahren in Dangast Campingurlaub macht, gerettet wurde.


Urlauber DLRG Bescheid
Was ist am Sonntag geschehen? André Groeters, ebenfalls Urlauber in Dangast, spielt am Nachmittag mit seinen Kindern am städtischen Strand, als er den Mann das erste Mal sieht. „Er ging außerhalb der weißen Bojen. Wir haben noch Scherze gemacht, dass der Typ bei ablaufendem Wasser wohl zum Leuchtturm will.“ Eine halbe Stunde später schaut Groeters noch einmal aufs Wasser und sieht den Mann in großer Entfernung. Nach einer Stunde blickt er erneut hinaus und erkennt nur noch eine kleine Figur. Groeters: „Da wurde mir mulmig. Deshalb bin ich zur Wachstation der DLRG gegangen.“

Das war um 15.10 Uhr. „Normalerweise ist unsere Wachstation zwei Stunden vor und zwei Stunden nach Hochwasser besetzt“, berichtet Schäfer. „Es war ein Zufall, dass hier noch Leute waren.“ Per Fernglas mit eingebautem Kompassteilkreis sucht Schäfer den Jadebusen ab und entdeckt schließlich in etwa drei Kilometer Entfernung eine Person, die durch 80 Zentimeter tiefes Wasser watet. Der Leuchtturm ist von Dangast vier Kilometer entfernt. Mit dem DLRG-Boot am Strand können die Retter nichts ausrichten, es liegt schon auf dem Trockenen. Schäfer weiß in dem Moment nicht, ob der Mann im Watt wirklich zum Leuchtturm will oder in Selbsttötungsabsicht unterwegs ist. Er setzt einen Notruf über 112 ab. Kurze Zeit später erhält die DLRG-Wachstation Rückrufe vom Seenotrettern aus Wilhelmshaven und vom Team „Christoph 26“, das sich auf dem Rückflug von einem Einsatz befindet.


Präzise Angaben
Der Hubschrauber sucht den Jadebusen ab. „Ohne die präzisen Richtungs- und Entfernungsangaben der DLRG hätten wir den Mann kaum gefunden“, lobt der Pilot später das DLRG-Wachteam. Um den Mann aus dem Wasser zu holen, muss der Hubschrauber zum Strand fliegen und die Seilwinde montieren. Der stellvertretende Wachleiter Christoph Dittmar sichert die Landestelle ab, weil sich viele Schaulustige versammeln. Zehn Minuten später landet der Hubschrauber erneut am Strand – mit dem geretteten Urlauber. Die Seilwinde wird wieder abmontiert und der Patient ins Krankenhaus geflogen.

Am Montag durfte der Mann das Hospital wieder verlassen. Er kehrte nach Dangast zurück und reiste mit seiner Frau heim. Später wurde noch bekannt, dass der Mittfünfziger mit seiner 14-jährigen Nichte zum Leuchtturm wollte. Sie war jedoch nach kurzer Zeit umgekehrt, weil ihr die Tour zu anstrengend wurde.

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