„Wellen wie bei einem Weltuntergang“
Jahrhundertsturmflut Ulrike Hinck erlebt den Orkan oberhalb der Steilküste in Dangast
Schwere Schäden hinterließ die Sturmflut in Dangast. Der Aufgang zur Kurhaus-Promenade wurde zerstört.In diesem Aquarell zeigt Willy Hinck, wie die Wellen in der Sturmflutnacht über die Klause schlugen Ulrike Hinck Repro: BILD: Hinck/NWZ-ArchivNWZ Börjes 
von Traute Börjes-Meinardus
Dangast - „Es war wie ein Weltuntergang.“ Nie wird die Dangasterin Ulrike Hinck die Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 vergessen, als die Sturmflut mit voller Wucht die Nordseeküste traf. Die damals 14-Jährige erlebte die Nacht an der Seite ihrer Mutter Waltraud Hinck und ihres Vaters Willy Hinck, der die Erlebnisse als Fotograf und Reporter nicht nur für die NWZ , sondern für zahlreiche deutsche Agenturen, Zeitungen und Zeitschriften festhielt.
„Ich wurde nachts von meiner Mutter geweckt“, erinnert sich Ulrike Hinck. „Gemeinsam gingen wir zur Klause, wo die Wellen gegen die Steinmauer klatschten, manche waren so hoch wie die Klause“, erinnert sie sich. Willy Hinck machte einzigartige Fotos von der Flut. „Meine Mutter und ich haben eine Decke gehalten, damit die Linse nicht nass wird“, berichtet die Dangasterin.
An der Klause wurde auch die Varelerin Anneliese Hollwege Zeugin der Sturmflut: „Sogar das kleine Schwimmbad neben der Klause ist bei der Flut überschwemmt worden“, erinnert sie sich.
Ulrike Hinck und ihre Mutter machten sich auf zu einem Erkundungsgang durch den Ort. „Das Wasser war schon über den Deich geschwappt“, sagt Ulrike Hinck, das Wohnhaus von Bekannten sei vom Wasser eingeschlossen gewesen, während die Bewohner noch seelenruhig vor dem Fernseher saßen. „Wir haben ihnen Bescheid gesagt und sie konnten gerade noch ihr Auto aus der Garage retten“, so Ulrike Hinck.
Während sich Willy Hinck am nächsten Morgen aufmachte, um die Rettungsarbeiten am zerstörten Sehestedter Deich zu fotografieren, erkundete Ulrike Hinck die Sturmschäden in Dangast. „Das Teehaus war stark beschädigt und alles voller Wasser“, erinnert sie sich. Auch die Steilküste hatte einiges abbekommen. „Die tobende See hatte sie in der Sturmnacht um sieben bis acht Meter landeinwärts verlegt“, berichtete der Gemeinnützige am Montag, 19. Februar. Weiter heißt es: „Die Dangaster packten mit derben Fäusten zu, als die gefährlichen Sturmflutschäden notdürftig mit Sandsäcken beseitigt wurden.“
„Solch eine Naturkatastrophe habe ich nie wieder erlebt“, sagt Ulrike Hinck, und auch ihr Vater Willy Hinck war stark beeindruckt. Als „die Nacht, in der in Dangast die Erde bebte“, hat er später die Sturmflutnacht beschrieben. In vielen Bildern hat er die Erlebnisse der Sturmflutnacht verarbeitet.
@ Ein Spezial unter http://www.NWZonline.de/50-jahre-sturmflut
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