Wo Autos im Slalom schleichen
Moor Anlieger kritisieren Zustand von entsiegelten Straßen in Neudorf
Nicht die Kamera steht schief, sondern der Pkw: Unzufrieden sind Anlieger mit dem Zustand der Moorstraßen. Auf der Neuenweger Straße sind Rampen entstanden. BILD: Begerow 
von Hans Begerow
Varel - Es staubt, wenn Hans-Georg Cordes über die Straße Am Felde fährt. Vorsichtig kurvt Cordes um die Schlaglöcher, aus denen die Straße zum nicht geringen Teil besteht. „Man redet über Feinstaubbelastung, daran braucht man hier nicht zu denken“, beklagt er, dass die Bitumendecke der Straße aufgenommen und durch eine Schotterpiste ersetzt wurde. Der feine Staub setzt sich auf den Fahrzeugen ab, gelangt auf die Hofeinfahrten und in die Häuser.
Es könnten noch mehr solcher Moorstraßen so aussehen wie die Straße Am Felde, wo Cordes wohnt, und die Plattebergstraße. Nicht nur Privatleute wie Cordes sind vom Zustand der Moorstraßen genervt. „Auch die Landwirte, die hier durchmüssen. Damit ist keinem mehr gedient. Man muss die Straßen nach den Fahrzeugen bauen, und nicht die Fahrzeuge nach den Straßen.“ Es folgt ein 30 Zentimeter tiefes Loch. „Wenn man im Dunkeln mit dem Fahrrad fährt, muss man genau aufpassen“, schildert er die Sorgen einer Nachbarin. „Chaotenstrecke“, schimpft Cordes.
Cordes und andere Anlieger haben auch beim Bauhof der Stadt angerufen. Die Mitarbeiter sind auch prompt gekommen und haben die Löcher verfüllt. „Das dauert eine Woche, dann sieht es aus wie vorher. Und nach Regen stehen sie voll Wasser“, sagt Cordes.
Der Unterhalt der Moorstraßen ist enorm teuer, die Bauverwaltung hat deshalb vorgeschlagen, den Villaweg (ohne Wohnbebauung), die Neudorfer Straße (Hoheluchter bis Neuenweger Straße) und den Sökersweg zu entsiegeln (die NWZ berichtete). Allein diese drei Straßen würden etwas mehr als 300 000 Euro an Sanierungskosten verschlingen.
Als Straße mit oberster Priorität hat die Bauverwaltung den Birkenweg in Dangastermoor eingeschätzt. 180 000 Euro würde seine Sanierung kosten. Die Maßnahmen in Neudorf und Hohelucht seien eine relativ kostengünstige Möglichkeit, die Straßen befahrbar und verkehrssicher zu halten, rechtfertigt Jörg Kreikenbohm, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planung. Als Abfolge von Schlaglöchern könne er die entsiegelten Straßen auch nicht wahrnehmen, „man kann die Bereiche passieren. Natürlich staubt das und ist nicht so komfortabel“. Die Entscheidung sei unter dem Eindruck der begrenzten Haushaltsmittel zu sehen. Es gebe auch kein gängiges Verfahren, die Schotterstraßen zu befestigen und zugleich Schlaglöcher zu verhindern.
NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/tv
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