Publikum bestaunt mutigen „Eisläufer“
Freibad Am Bäker DLRG gewinnt erneut Wette gegen den Förderverein – Rettungsaktion demonstriert
von Christoph Koopmeiners
Varel - Erst staunt das Publikum, dann johlt es, als Kai Langer bei minus sechs Grad Jacke, Hose, Socken und Schuhe auszieht. In T-Shirt und Badehose steigt der Vorsitzende der DLRG Varel die Leiter des Schwimmbeckens im Freibad am Bäker hinab und geht über Eis. An diesem Sonntag steht von Anfang an fest, dass Langer die Wette, ob er trockenen Fußes durch das Schwimmbecken kommt, gewinnen wird. Das Eis im Freibad ist zehn Zentimeter dick.
Eis zehn Zentimeter dick
Im Vorjahr hatte er seinen Gegner, den Vorsitzenden des Freibad-Fördervereins, Dieter Kanth, überlistet. Langer, als gewiefter Rettungsschwimmer mit allen Wassern gewaschen, hatte einen Trockentauchanzug angezogen und konnte somit nicht nass werden, auch nicht an den Füßen. Kanth musste neidlos anerkennen, die Wette verloren zu haben. Dieses Mal kann Langer trockenen Fußes durch Schwimmbad gehen. Somit war es erneut der Förderverein, der den 100 Besuchern heiße Getränke und Würstchen spendieren durfte. Kanth freute sich über die vielen Besucher bei der zweiten Eiswette. „Es sind doppelt so viel wie im Vorjahr.“
Aktion DLRG und THW
Doch bevor alle gemeinsam an den Grill marschierten, demonstrierten DLRG und THW die Rettung einer im Eis eingebrochenen Person. Die Enteisungsanlage sorgt dafür, dass das Freibad nicht komplett zufriert, damit das Becken keinen Schaden nimmt. Im Wasser wartete die 15-jährige Selina Kersten, dass sie gerettet wird. Sie trug einen Rettungs- und Überlebensanzug. Die Aufgabe, sie zu retten, übernahm Yasha Kube, ebenfalls von der DLRG. Gesichert an einer Leine, legte er sich auf einen ebenfalls gesicherten Rettungsschlitten und arbeitete sich, auf dem Bauch liegend, mit Eispickeln Stück für Stück zum Wasserloch vor. Er zog Selina auf den Schlitten. So konnten die DLRG- und THW-Einsatzkräfte beide aus der Gefahrenzone ziehen und an Land hieven. Dabei stockte dem Publikum teilweise der Atem, weil bei der Aktion das Eis brach und Eile geboten war. Mit vereinten Kräften gelang die Rettung.
In diesem Zusammenhang mahnt die DLRG Varel zur Vorsicht beim Wintervergnügen. Bei einem stehenden Gewässer müsse das Eis mindestens 15 Zentimeter dick sein, bei einem Fließgewässer 20 Zentimeter, bevor es tragfähig sei und Schlittschuh gelaufen werden könne. Dafür bedürfe es noch einige frostige Tage.
Um speziell den Kindern das richtige Verhalten auf dem Eis näherzubringen, hatte in den vergangenen Wochen Herbert Schäfer von der DLRG die dritten Klassen der Vareler Grundschulen besucht und ihnen anschaulich die Gefahrensituationen verdeutlicht. Eine der wichtigsten Regeln lautet, dass man nie alleine eine Eisfläche betreten sollte, Kinder auch nie ohne Begleitung von Erwachsenen.
@ Mehr Bilder unter http://www.NWZonline.de/fotos-friesland NWZTV zeigt einen Beitrag zur Eisrettung unter http://www.NWZonline.de/nwztv
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