Bus und Bahn den Rücken gekehrt
Schulweg Carolin Wenzlaff aus Varel ärgert sich über den Schienenersatzverkehr
Carolin Wenzlaff aus Varel hat dem Schienenersatzverkehr der Nordwest-Bahn und damit auch dem Zugverkehr zur Schule nach Jever und zurück den Rücken gekehrt BILD: Christoph Koopmeiners 
von Christoph Koopmeiners
Varel - Wenn die Nordwest-Bahn (NWB) in diesen Wochen wieder ihre Fahrgäste befragt, wird eine treue Kundin aus Varel nicht mehr dabei sein. Carolin Wenzlaff (18) hat der NWB nach ihrem jüngsten Erlebnis mit dem Schienenersatzverkehr den Rücken gekehrt.
Neulich auf dem Heimweg von der BBS Jever nach Varel hatte der Zug in Sande eine Minute Verspätung. Der Bus des Schienenersatzverkehrs wartete aber nicht, so dass die Schülerin geschlagene 42 Minuten auf den nächsten Ersatzbus warten musste. „Zu der Zeit waren zwei Ersatzbusse von Sande nach Varel im Einsatz. Da hätte doch wenigstens ein Bus auf den Zug warten können“, kritisiert Wenzlaff. Ihr Ärger wird noch dadurch gesteigert, weil am Bahnsteig in Sande ein Servicemitarbeiter der NWB tätig war. „Der kennt doch die Zug- und Busfahrzeiten und muss doch dafür sorgen, dass der Bus einen Moment wartet.“
Ihren Unmut hat Carolin Wenzlaff in einer E-Mail an den Kundenservice des von der Nordwest-Bahn mit dem Schienenersatzverkehr beauftragten Busunternehmens (Verkehr und Wasser GmbH Oldenburg) geschickt sowie an die NWB selber. Das Busunternehmen bestätigte den Vorfall und entschuldigte sich bei der Schülerin des Berufsbildenden Gymnasiums für die Unachtsamkeit des Fahrpersonals und des Service-Mitarbeiters am Bahnhof in Sande. Es sei Aufgabe des Service-Personals, solche Verspätungen zu berücksichtigen, so dass für die Fahrgäste im Zug der Anschluss an die Weiterfahrt gesichert werden kann. Das Unternehmen hofft, dass sich solch ein Vorfall nicht wiederholen wird.
Carolin Wenzlaff hat so eine Situation nicht zum ersten Mal erlebt. „Vier Wochen vorher hatte der Zug zwölf Minuten Verspätung. Auf Nachfrage bei den Fahrgästen, wer den Direktbus nach Oldenburg und wer den anderen Bus nach Varel nimmt, wurde entschieden, dass der Direktbus wartet, der nach Varel für zwei Personen aber nicht. Da habe ich mich richtig minderwertig gefühlt.“
Als sie vor zwei Jahren von Varel zum Beruflichen Gymnasium nach Jever wechselte, hat sie von Anfang an auf die Nordwest-Bahn gesetzt. „Die Verbindung war mit 35 Minuten Bahnfahrt optimal, eine bequeme Lösung.“ Die Monatsfahrkarte koste rund 90 Euro. Mit dem Schienenersatzverkehr habe sich die Fahrzeit deutlich verlängert. „Vor allem die Wartezeit beim Umsteigen vom Zug in den Bus in Sande ist nervig“, meint die Schülerin. „Gerade im Winter ist das nicht angenehm, und vor dem Abitur kann ich diese Zeit sinnvoller nutzen.“ Ihr Eindruck, dass inzwischen erheblich weniger Leute mit der Bahn fahren, bestätigte die Nordwest-Bahn auf Nachfrage. Genaue Zahlen lägen aber noch nicht vor. Die würden nun ermittelt.
Carolin Wenzlaff hat sich ein gebrauchtes Auto gekauft, und fährt damit zur Schule nach Jever. „Dafür hatte ich immer das Geld von meiner Konfirmation zurückgelegt. Oma und Opa haben auch noch etwas dazugegeben.“ Ähnlich wie Caroline Wenzlaff sei es einer Bekannten aus Zetel ergangen, mit der sie nun eine Fahrgemeinschaft bildet. „Mit dem Auto ist es zwar teurer, aber ich brauch’ nicht mehr warten. Das ist es mir wert.“
- Mit einer großen Veränderung wartet der Vareler Ferienpass in diesem Jahr auf: Erstmals ist er online einsehbar und die Anmeldungen erfolgen bis auf wenige Ausnahmen nur noch online. Ab Freitag, 25. Mai, sind die 100 Aktionen für die Sommerferien auf https://varel.mehr
- Für den Klimaschutz in den friesländischen Kommunen setzt sich Frieslands Klimaschutzbeauftragte Anna-Maria Salomon ein. In der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses stellte die Klimaschutzbeauftragte ihr Aufgabengebiet und ihre Ideen vor.mehr
- Die Standortfrage für den Neubau des katholischen Kindergartens in Varel ist geklärt: Er soll im Pfarrgarten gebaut werden. Das hat jetzt der Kirchenausschuss der Sankt-Bonifatius-Kirche beschlossen. „Wir wollen so schnell wie möglich anfangen“, kündigte Pfarrer Manfred Janßen an.mehr
- In Jeringhave, Rotenhahn und Tange kennt quasi jeder jeden. In den drei Bauerschaften leben nämlich nur 183 Menschen. Auf einen Quadratkilometer kommen 18 Bürger. „Das ist überschaubar, aber schön“, sagt Jörg Schmidt (47), seit 2009 Vorsitzender der Dorfgemeinschaft.mehr
- Helen Tapkenhinrichs (19 Jahre) ist die vierte Bewerberin für das Amt der Mühlenkönigin. Die Polizeianwärterin lebt zwar in Jaderberg, kennt Varel aber gut, sie ist hier einige Jahre zur Schule gegangen und absolviert gerade ein Praktikum bei der Polizei in Varel.mehr


