Auch Aktivisten aus Wangerland bei Demo in Berlin
Agrarpolitik Kundgebung gegen Tierfabriken, Gentechnik und Dumpingpreise – Folgen für Afrika
Auch Demonstranten aus dem Wangerland protestierten am Sonnabend in Berlin gegen Massentierhaltung, Gentechnik und Dumping-Preise. BILD: Dorothea Volland 
Wangerland - Megaschlachthöfe, Dioxin im Essen, Hunger in Afrika und Gentechnik – dagegen kämpften am Sonnabend rund 22 000 Menschen bei einer Kundgebung in Berlin. Unter dem Motto „Wir haben es satt – Nein zu Tierfabriken, Gentechnik und Dumping-Exporten!“ zog die Menge laut trommelnd durch das Regierungsviertel, um sich abschließend vor dem Brandenburger Tor zu versammeln.
Unter den Teilnehmern waren auch der BUND aus dem Wangerland sowie Mitglieder des Bundes deutscher Milchviehhalter (BDM) aus Ostfriesland und dem Ammerland, die mit einem Bus in die Bundeshauptstadt gereist waren.
Wichtige Themen waren neben dem aktuellen Dioxin-Skandal auch der geplante Bau des Mega-Schlachthofes im niedersächsischen Wietze. Dort soll eine von der EU mit 6,5 Millionen Euro subventionierte Schlachtanlage für Geflügel gebaut werden – mit 135 Millionen Schlachttieren im Jahr die größte in Europa.
Doch auch die Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik auf die gesamte Welt gehen den Demonstranten gegen den Strich.
„Ich möchte nicht, dass die Bauern in Burkina Faso wegen der von mir produzierten Milch zugrunde gehen, obwohl ich selbst meine Rechnungen nicht einmal damit bezahlen kann“, erklärte die Milchbäuerin Maria Heubuch von der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (ABL). Gemeinsam mit dem BDL protestiert die ABL gegen die Überproduktion in der Milchwirtschaft. Die zu viel produzierte Milch werde mit Hilfe von Subventionen in Drittländer verschifft, wo die ansässigen Bauern nicht mit dem billigen Milchpulver konkurrieren können und somit aufgeben. Dies sei aber nicht nur bei Milch der Fall – auch Hühnerfleisch und andere Lebensmittel aus Deutschland und der EU zerstörten den afrikanischen Markt, betonten die Protestler.
Der afrikanische Umweltschützer und Träger des alternativen Nobelpreises, Nnimmo Bassey, sagte am Rande der Demonstration im Gespräch mit der NWZ, dass es nur eine Möglichkeit gäbe, diesem Bauernsterben sowohl in Afrika als auch in der EU entgegen zu wirken: „Die Bauern aus ganz Deutschland, Europa, Lateinamerika, Asien und Afrika müssen zusammen kämpfen als eine bäuerliche Bewegung, die Gerechtigkeit fordert.“, so der Aktivist.
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