Jugendliche schaffen Kreuzkröte Lebensraum
Naturschutz 17 Freiwillige engagieren sich im Arbeitscamp auf Wangerooge
Die Kreuzkröte ist eine der gefährdeten Arten, die durch die Maßnahmen gefördert werden soll. Zeichnung: Claus Rabba 
Wangerooge - Auch in diesem Jahr werden Jugendliche aus ganz Europa aktiv für den Nationalpark Wattenmeer: Vom 6. bis 20. August sind 17 junge Freiwillige von 16 bis 26 Jahren aus Spanien, Frankreich, Italien, Südkorea, Tschechien, Slowakei, Ukraine und Deutschland auf Wangerooge zu Gast und führen Pflegemaßnahmen für den Naturschutz durch.
Organisiert wird das Arbeitscamp von den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd). Wie schon im vergangenen Jahr wird das Camp von der Niedersächsischen Wattenmeerstiftung und der Naturschutzstiftung Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven finanziell gefördert.
Kooperationspartner vor Ort sind die Nationalparkverwaltung, die das Pflegekonzept erarbeitet hat, und der Mellumrat, der im Auftrag der Nationalparkverwaltung die Insel naturschutzfachlich betreut und auch die Jugendlichen bei der Arbeit anleiten wird.
Im Sommer 2010 hatte eine Gruppe in der Küstendünenheide mit Naturschutzarbeiten begonnen, die nun fortgesetzt werden. Ein ehemaliger Eisteich – dort wurde früher Eis für Kühlanlagen gewonnen – wurde im vergangenen Jahr mit Spaten in seinen Urzustand versetzt. Dabei wurde die Vegetation der Eisteichsohle bis zum Sand abgeschält. Nebenan in der Heide rückten die Jugendlichen der Kartoffelrose zu Leibe, die nicht heimisch und untypisch für die Landschaft ist.
In diesem Jahr wird die Sohle eines weiteren Eisteichs vom Bewuchs befreit. In der Heide werden die jungen Freiwilligen Flächen nachbearbeiten, die im Winter mit einem Bagger von Kartoffelrosen befreit wurden. Wieder anwachsende Kartoffelrosenreste sind herauszulesen. Spaten, Plaggenhacke, Handgrubber und Schubkarre kommen dabei zum Einsatz.
Mit den Maßnahmen soll die heimische Flora und Fauna geschützt und früher vorkommende Arten wie Strandling, Laichkräuter, Sonnentau, Kreuzkröte, die westliche Dornschrecke, die Blauflüglige Ödlandschrecke und andere Erstbesiedler (Pioniere) sollen zur Wiederansiedlung angeregt werden. Nährstoffarmer, offener Sand – einmal nass bzw. feucht und einmal trocken und warm – ist in den Eisteichen und in Heide und Dünen die beste Grundlage für die Wiederbesiedlung.
Mit den Pflegearbeiten der Freiwilligen werden Arten aus der niedersächsischen Strategie zum Arten- und Biotopschutz gezielt gefördert.
Die jungen Leute werden neben der Arbeit viel über die Natur auf der Insel und über das Weltnaturerbe Wattenmeer lernen.
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