ZETEL, 17. Juli 2010


„Es macht Spaß, hier zu arbeiten“

Porträt Bernd Harms: Er sammelt unablässig Zeugnisse aus Geschichte und Gegenwart Zetels


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Bernd Harms begann vor vier Jahren, das BILD: Dagmar de Levie  Bild vergrößern

Er geht in seiner Tätigkeit auf. Bernd Harms ist mit Leib und Seele Archivar.

von Dagmar De Levie

Zetel - Als er seine Tätigkeit vor vier Jahren aufnahm, fand er zwei Kartons mit Anmelderegistern und Ergebnissen einer Volkszählung. Heute platzt sein Büro im Stolle-Haus am Ohrbült aus allen Nähten. Bernd Harms ist Archivar der Gemeinde Zetel, sammelt ohne Unterlass Zeugnisse der Vergangenheit und Gegenwart und hat inzwischen soviel zusammen getragen, dass ein Teil seiner „Schätze“ schon in Räumlichkeiten der Grundschule ausgelagert werden mussten.


Modernes System
Mit einem „Crashkurs“, wie er sagt, hatte 2006 alles angefangen. In Diepholz ließ er sich von einem Fachmann in die Geheimnisse des Archivierens einweihen, inzwischen hat er in seinem Computer ein modernes Archivprogramm, in dem er alles abrufen kann: „Ohne das wäre ich aufgeschmissen“, sagt er.

Und noch ein „Ausrüstungsgegenstand“ ist für ihn unverzichtbar: Man muss immer einen Fotopaparat dabei haben“, weiß er aus Erfahrung, und so hat er mit zahlreichen Aufnahmen inzwischen selbst dazu beigetragen, dass sich die Regale im Stolle-Haus füllten. Er sammelt alles, was nur irgendwie von Bedeutung für die Gemeinde und ihre Bewohner sein kann: Chroniken, Festzeitschriften, Zeitungen, Plakate, Postkarten – von denen es im Archiv übrigens rund 400 gibt, die seitens der Gemeinde erworben wurden, weil sie unwiederbringliche Zeugen der Vergangenheit sind. Das gilt auch für alte Aufzeichnungen aus der Weberei Meinen, die Harms für das Archiv erhielt. Er freut sich übrigens immer, wenn Bürger ihm Unterlagen zur Verfügung stellen, wobei er gar nicht den Anspruch erhebt, dass er die Originale im Stollehaus deponieren kann. Wenn die im Familienbesitz bleiben sollen, dann kopiert Harms sie eben.


Ausstellungen
Unterstützung in seiner Arbeit hat er immer durch Jonny Lüschen erfahren, den weithin bekannten früheren Mitarbeiter der Gemeinde Zetel. Und Unterstützung bekommt er auch von Albert Hobbie, mit dem er schon Bilder-Ausstellungen über den „Giro Zetel“ oder aber den Zeteler Markt zusammen stellte.

So mancher Zeteler hat inzwischen dankbar registriert, dass das Gemeinde-Archiv existiert, und sich dort Informationen geholt. „Ich erwarte nicht, dass die Leute hier Schlange stehen, aber es kommt doch immer wieder vor, dass ich nach Unterlagen oder Fotos gefragt werde, und die kann ich dann per Computerprogramm abrufen“, sagt Harms und ergänzt: „Gut ist, wenn man viele Leute kennt. Wenn ich mal nicht weiter weiß, ruf ich da an und meistens bringt das was.“ Eins steht für Bernd Harms auch nach vierjähriger Tätigkeit im Stollehaus fest: „Es macht Spaß, im Archiv der Gemeinde zu arbeiten!“.

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