IGS erhält am meisten Zuspruch
Bildung Eltern informieren sich über verschiedene Schulformen – Befragung folgt im September
Auf großes Interesse stieß der Elternabend in der HRS Zetel. Volker Beier (stehend) leitete die Diskussion. BILD: Gösta Berwing 
von Gösta Berwing
Zetel - Die Stimmen für eine integrierte Gesamtschule (IGS) haben überwogen: Zahlreiche Eltern der jetzigen Kindergarten- und Grundschulkinder besuchten am Dienstagabend den Elternabend in der Haupt- und Realschule Zetel. Dabei wurden die weiteren Schullaufbahnmöglichkeiten für den Nachwuchs ab Klasse fünf, also nach der Grundschule, vorgestellt. Als Referenten hatte Schulleiterin Heike Neumann den Schulleiter der IGS Schortens Wolfgang Ernstorfer und den ehemaligen Schulleiter der HRS Varel, Anton Garen, eingeladen, der sich intensiv mit der in Niedersachsen geplanten Einführung der Oberschule befasst. Die Moderation übernahm Volker Beier, ehemaliger Regierungsschuldirektor.
Rege Diskussion
Nach Vorstellung der Schulformen Oberschule und IGS kam es zu einer regen Aussprache mit den Eltern. Zetels Ratsvorsitzender Bernd Pauluschke erklärte: „Für Zetel kommt eine gymnasiale Oberschule auf Grund der geforderten Schülerzahlen gar nicht in Frage“. Garen: „Durch eine Oberschule würde sich eigentlich nichts ändern, also kann die HRS Zetel so bleiben wie sie ist“.
Aus dem Publikum rief Christian Neuhaus: „Dann bleibt ja alles beim Alten, es ist ja nur eine Namensänderung. Und wenn die Elternstimmen (pro IGS) angeblich so wichtig sind, kann es nicht sein, dass der Landkreis nein sagt“.
Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann führte an: „Wir stützen den Elternwillen, können aber die Gesetze nicht ändern“.
Neumann: „Für eine IGS müssen wir fünf Klassen je Jahrgang nachweisen, das wäre derzeit kein Problem, aber der Landkreis sieht das anders. Aber außerdem würden ja für eine Oberschule auch drei Klassen reichen, es gibt schon Klagen in anderen Regionen gegen die Fünfklassenvorschrift“, sagte Neumann. „Wenn sie sagen, wir wollen eine Gesamtschule, dann haben sie die Unterstützung der Schule“. Dafür gab es großen Applaus.
Befragung im Südkreis
Viele Fragen gilt es noch zu klären. Nach den Sommerferien gehen im Landkreis in Sande und Hohenkirchen Oberschulen an den Start, erste Erfahrungen stehen dort noch aus. Eine gewünschte IGS in Zetel soll die Schulstandorte Bockhorn und Varel nicht gefährden. Die Eltern haben freie Wahl einer Schulform für ihre Kinder – aber nur, wenn die Kapazitäten ausreichen. Jüngst mussten 16 IGS-Interessenten aus Zetel in Schortens abgelehnt werden.
Katja Lorenz vom Landkreis, Beauftragte für Schulangelegenheiten, teilte mit, dass der Kreiselternrat am Montag beschlossen hat, im September im Südkreis eine Elternbefragung nach Schulformwünschen durchzuführen.
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