„Weniger Beruf, mehr Berufung“
Festival „Celebrate Life“-Organisator zur Großveranstaltung in Oberlethe
VON WERNER FADEMRECHT
FRAGE: Herr Hübl, „Celebrate Life“ heißt ja so viel wie „Feiert das Leben“. Was sind das für Menschen, die zum Festival kommen?
HÜBL: Es kommen Menschen aus allen Lebensbereichen und Altersgruppen. Es kommen immer mehr Menschen, die an einer persönlichen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung interessiert sind. Durch unser umfangreiches Programm fühlen sich Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen angesprochen wie z. B. auch aus der Wirtschaft und der Schulbildung.
FRAGE: Jeder Tag des Festivals beginnt mit Yoga und Meditation. Wie groß ist der Einfluss der asiatischen Gedankenwelt auf die Ideen, die Sie und die anderen Dozenten lehren?
HÜBL: Viele Elemente aus der östlichen spirituellen Gedankenwelt erscheinen Westeuropäern eher fremd. Wir versuchen, eine ähnliche gedankliche Tiefe zu erreichen, aber mit Bezug auf unseren Lebenskreis. Moderne medizinische Forschungsergebnisse, aber auch technologische Entwicklungen wie das Internet fließen mit in die Inhalte ein, die wir lehren.
FRAGE: Sie bezeichnen sich ja als spirituellen Lehrer. Wie wird man das?
HÜBL: Ich habe Medizin studiert und während eines längeren Aufenthalts in Tschechien sehr tief gehende Erfahrungen durch die Meditation gemacht. Diese Energie möchte ich weitergeben. Es ist weniger ein Beruf, mehr eine Berufung. Das merke ich an der lebendigen Kreativität, aus der sich viele Projekte entwickeln.
FRAGE: Vor sieben Jahren fing das Festival in Berlin mit 200 Besuchern an. Jetzt sind es schon 1000. Haben sich das Publikum und das Festival verändert?
HÜBL: Ich denke ja. Die Inhalte sind heute vielfältiger und strukturierter. Wir haben dank vieler ehrenamtlicher Referenten und Künstler sowie 70 freiwilliger Helfer eine kompetente Plattform für Bewusstseins- und Persönlichkeitsentwicklung geschaffen. Unser neues Wirtschaftsforum zieht z. B. eine ganz neue Zielgruppe an.
FRAGE: Wie sind Sie gerade auf Oberlethe als Standort gekommen?
HÜBL: Als ich mein Buch „Sharing the Presence“ geschrieben habe, hat mich Harald Cordes eingeladen, dies hier zu tun. Seitdem sind wir befreundet und ich habe die Gegend sehr schätzen gelernt.
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