Gut Sannum: Freiraum für alle

Inklusion Einrichtung öffnet sich noch stärker für Besucher – Naherholungsziel


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So soll es einmal aussehen, wenn die Parkplätze vom Innenhof verschwunden sind: Der neue Hofladen im ehemaligen Bullenstall (links), ein Spielplatz für große und kleine Menschen, im Hintergrund rechts das Café im Haupthaus mit einer aufgewerteten Außenterrasse, vorne die Gemeindestraße, die in ein Rondell mündet. Zeichnung: Institut für Partizipatives gestalten  Bild vergrößern

Aus Haus Sannum wird Gut Sannum. Die Neugestaltung des Außenbereichs startet. Das hat viele positive Effekte.

VON KLAUS DERKE

SANNUM - Schon seit einigen Jahren öffnet sich die Behinderteneinrichtung Haus Sannum der Stiftung Gertrudenheim verstärkt für Besucher von außen. Der Hofladen und die Bioland-Gärtnerei bieten ihre Produkte an. Das Café Sannum steht täglich von 12 bis 18 Uhr für alle offen. Besucher sind gern gesehen auf dem idyllisch gelegenen Hof, nicht weit von der Hunte, der auch idealer Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Naturlandschaft ist. „Für die Bewohner ist das toll, wenn Besucher von außerhalb kommen“, sagt Karin Harms, stellvertretende Geschäftsführerin des Bezirksverbandes Oldenburg, der die Einrichtung verwaltet. Sie spricht von einem großen Effekt für die Inklusion.

Für Einrichtungsleiter Hans-Werner Kuhlmann haben alle angeschobenen Projekte das vorrangige Ziel, Arbeitsplätze für die Bewohner zu schaffen. „Richtige Arbeit hat für die behinderten Mitarbeiter einen höheren Wert“, weiß Kuhlmann aus Erfahrung. Die Arbeit in der Landwirtschaft, in der Gärtnerei, im Café und in den Werkstätten – kreative Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es viele. Und es sollen noch mehr werden.


Naherholungsziel
Haus Sannum steht vor einer umfangreichen Neugestaltung. Aus „Haus Sannum“ wird das „Gut Sannum“. Und das soll auch äußerlich erkennbar sein. Unter dem Motto „Freiraum für alle“ wurde gemeinsam mit dem Institut für Partizipatives Gestalten (IPG) aus Huntlosen unter Beteiligung von Bewohnern, Mitarbeitern und Verwaltung ein Konzept entwickelt, das laut Karin Harms einen „Quantensprung für Haus Sannum“ bedeutet.

Der Guts-Charakter soll durch die Umgestaltung in den Vordergrund gestellt werden. Ein Freiraum, der für alle offen ist – nicht nur für Bewohner und Mitarbeiter, sondern eben auch für alle Bürgerinnen und Bürger, für alle Menschen von außerhalb. Ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen könne so noch stärker erreicht werden, heißt es.

Und auch als Naherholungsangebot für die gesamte Region sei das Projekt „eine tolle Sache“, sagt Karin Harms. Das hat die lokale Leader-Aktionsgruppe erkannt und Förderung zugesagt für die Schaffung von attraktiven Erlebnis-Bereichen auf dem weitläufigen Gelände. Das Wegenetz soll barrierefrei gestaltet werden. Dabei kommt „Hartgrant“ zum Einsatz.

Mit dem ersten Bauabschnitt „Gärtnerei und Zentrum“ soll im nächsten Jahr begonnen werden. Geplant sind zum Beispiel barrierefreie Wege durch einen Kräuter- und Erlebnisgarten. Um den Hofcharakter zu bewahren, werden die Parkplätze vom Innenhof verbannt, um eine Erlebnisfläche zu schaffen, die zum Verweilen einlädt. Auch ein Platz für Spielgeräte ist vorgesehen. Der Hofladen soll in den alten Bullenstall umziehen.

Neue Parkplätze sind links von der Zufahrt geplant. Neben der Zufahrt wird ein bislang fehlender, barrierefreier Fußweg zur Sannumer Straße als besonders wichtig erachtet. Den gibt es bislang nicht. Bewohner und Besucher stolpern über die holprige alte Klinkerstraße, was sehr gefährlich ist.

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Holprig und gefährlich
Der Weg gehört der Gemeinde Großenkneten. Und hier hofft der Bezirksverband auf Unterstützung. Bislang wolle die Gemeindeverwaltung lediglich 1000 Euro für die Reparatur von Schadstellen zur Verfügung stellen, hieß es. Das sei offenbar in Unkenntnis des Gesamtkonzeptes geschehen, mutmaßte Dr. Detlev Lauhöfer von Förderkreis Haus Sannum bei einem Besuch von Vertretern aller Ratsfraktionen. Dieser Besuch war auf Anregung des Ratsherrn Carsten Grallert (Unabhängige) zustande gekommen. Grallert zeigte sich positiv überrascht von dem Konzept. Werner Knoop (FDP) verwies darauf, dass Haus Sannum mit 112 Mitarbeitern einer der großen Arbeitgeber sei. Dass die Einrichtung auch ein großer Auftraggeber für örtliche Firmen ist, erklärte der Leiter Hans-Werner Kuhlmann.

„Wir müssen gemeinsam nach einem Weg suchen“, erklärte Rolf Jessen (FDP) zu der gewünschten Sanierung der Gemeindestraße beim Gut Sannum. Jürgen Hellbusch (CDU) versprach, das Thema in seiner Fraktion zu erörtern. Der Bürgermeister war nicht dabei. Die SPD sprach das Thema bereits im Finanzausschuss an. Bernasko hat sich für den 13. Dezember zu einem Gespräch auf Gut Sannum angesagt, um über das Thema Gemeindeweg zu sprechen und sich diesen „bei Tageslicht“ anzusehen, wie er im Finanzausschuss erklärte.




03.12.2011




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DO. 24.05.2012 - 23:20
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