OSTRITTRUM, 2. September 2010


Kompromisslosigkeit funktioniert überall

Podiumsdiskussion Nachdenken über Kunst auf dem Lande – Rund 50 Zuhörer auf Hof Hollmann


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Diskutierten über die Kunst auf dem Lande: (von links) Bürgermeister Heino Pauka, Harald Meyer (Dötlingen-Stiftung), Referentin Bettina Pelz, Herbert Blazejewicz, Martina van de Gey (beide BBK), Galerist Frank L. Giesen und Kunstkritiker Jürgen Weichardt BILD: Ulrich Suttka  Bild vergrößern

Künstlerisches Arbeiten ist überall möglich. Auf die Kontakte und Vernetzung kommt es an.

von Ulrich Suttka

Ostrittrum - Gastgeberin Anne Hollmann hat es „gut gefallen“, Harald Meyer von der Dötlingen-Stiftung freute sich über neue Anregungen, und die rund 50 Zuhörer nahmen reichlich Stoff und Argumente zum Nachdenken über die „Kunst auf dem Lande“ mit auf den Heimweg. Nach dem 45-minütigen Vortrag von Kuratorin Bettina Pelz hatten sie am Mittwoch eine zumeist muntere, knapp eineinhalbstündige Diskussion über das Leben und Wirken von Künstlern in Deutschland 2010 erlebt, oft auch mit Bezug zu Dötlingen. Die Moderation im Ostrittrumer Kunst- und Kulturhaus auf dem Hof Hollmann hatte Herbert Blazejewicz, Vorsitzender des Bundes Bildender Künstler (BBK) Oldenburg.

Georg Müller vom Siel, legendäre Malergestalt Dötlingens, tauchte sofort bei Jürgen Weichardt auf. Dieser Maler sei ein Künstler von großer Qualität auf dem Lande gewesen. Der Kunstkritiker zeigte sich überzeugt, dass die Position eines Künstlers unabhängig von seinem Wohnort sei, „wenn er sich profiliert hat“. Gefragt seien eigene Initiative und der Anschluss an andere Gruppen. „Es gibt Möglichkeiten herauszukommen“, so Weichardt, allein schon durch die Nähe zu Oldenburg und Bremen, aber die Künstler auf den Lande müssten diese Chancen auch wahrnehmen.

Für Frank L. Giesen, seit zwei Jahren Galerist in Hude, spielt es keine Rolle, ob die Galerie auf dem Lande oder in der Stadt ist. „Kommerziell sind wir mitnichten in der Situation, davon leben zu können“, so der Galerist, „aber man darf keine Kompromisse machen“. Wenn man sein Programm durchziehe, werde man die Kundschaft finden. Bettina Pelz ergänzte, dass eine Galerie rund drei bis fünf Jahr brauche, bis sie sich etabliert habe. Sie verwies auf viele Förderprogramme. Frank Giesen hielt dagegen, dass bei Kommunen die Kassen leer seien, Banken und Stiftungen oft regional bezogen seien.

Martina van de Gey, 2. BBK-Vorsitzende, riet zu Symposien als Mittel, die künstlerische Szene vor Ort zu bereichern. Für Bürgermeister Heino Pauka ist schon die Historie Dötlingens als Künstlerkolonie eine Verpflichtung, sich zu engagieren. Er verwies auf die große Bandbreite künstlerischen Schaffens vor Ort. Die Kommune bringe sich intensiv in organisatorischen Fragen ein. „Kunst ist Werbefaktor“, so Pauka. Die gute Unterstützung durch die Gemeinde bestätigte Künstlerin Elke Tholen. Die Dötlingerin ergänzte: „Natürlich könnten wir immer mehr gebrauchen.“ So wäre die Finanzierung von Kuratoren wünschenswert, damit die Dötlinger Impulse von außen bekämen.

Paukas Loblied auf die Gartenkultour mit der Gartenbaukunst, Gastronomie und Kunst („nicht nur ein I-Tüpfelchen, sondern der Grund für viele herzukommen“), teilte Frank Giesen nicht. Ihm werde „ganz schwindelig“ von den vielen Gartenfesten, die jedes Wochenende angekündigt würden.

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„Wie bringen wir junge Leute zur Kunst“, sah Harald Meyer als großes Thema und nahm als Anregung die Kontaktaufnahme zur Hochschule für Künste in Bremen auf.




 



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