NEERSTEDT, 4. Februar 2012


„Lernen betrifft nicht nur Kopf“

Bildung Rund 100 Gäste beim Vortragsabend mit Prof. Dr. Renate Zimmer


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Im Kreise der Gastgeberinnen: Prof. Dr. Renate Zimmer (vierte von links) mit den Kindergartenleiterinnen (von links) Marlies Schweers-Weihe, Ursula Skerka-Wach, Gudrun Löhlein sowie den Grundschulleiterinnen (von rechts) Nannette Poerschke und BILD: Peter kratzmann  Bild vergrößern

Veranstalter war der Arbeitskreis Pädagogik. Neerstedts neue Schulleiterin Poerschke übernahm die Begrüßung.

pk

Neerstedt - Die Einladung der Dötlinger Kindertagesstätten und der Grundschulen (Arbeitskreis Pädagogik Dötlingen) zum Vortragsabend „Toben macht schlau!? – Was Kinder durch Bewegung lernen“ in der Aula der Grundschule Neerstedt ist auf reges Interesse gestoßen. Prof. Dr. Renate Zimmer referierte am Donnerstagabend vor rund 100 Erwachsenen.

Nach der Begrüßung durch Nannette Poerschke, seit Mittwoch die neue Schulleiterin der Grundschule Neerstedt, zeigte Zimmer ihre Ansätze des Lernens auf. Sie ist anerkannte Erziehungswissenschaftlerin und Professorin für Sportwissenschaft an der Uni Osnabrück und führt seit dem Jahr 2007 als Direktorin das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung. Sie veröffentlichte mehr als 35 Bücher zu den Themen Entwicklungsförderung, Bewegtes Lernen und Psychomotorik. Ihre Arbeiten wurden auch in anderen Sprachen publiziert.


Lernerfolge
„Der Haupttitel des Vortrags ist etwas provokant gefasst, trägt aber der Lebens- und Bewegungsfreude der Kinder Rechnung“, so Zimmer. Natürlich sei damit kein ausuferndes Toben ohne Grenzen gemeint. „Vielmehr stellt die Bewegung ein Modell für das Lernen dar und ist Voraussetzung für Bildung und Gesundheit. Lernen betrifft nicht nur den Kopf und den Verstand. Kinder lernen mit all ihren Sinnen – also mit Körper, Geist und ihren Emotionen“, zeigte die Referentin auf.

Dabei wies sie auch auf die ersten wichtigen Lebensjahre eines Kindes hin und zitierte die „Welt am Sonntag“ mit der Überschrift „Wettrüsten beginnt im Babysein“. Oft sei es die Unsicherheit der Eltern, die zu zusätzlichen Lerneinheiten in den ersten Kinderjahren führe. „Aber dabei bleibt die Kindheit auf der Strecke. Englisch kann jedes Kind auch noch in der Grundschule bestens lernen. Das muss nicht generell schon im Kindergarten passieren“, erklärte Renate Zimmer. Beifall aus den Elternreihen gab ihr Recht.

„Erste Lernerfolge gewinnt das Kind über seinen Körper. Die führen zu Selbstständigkeit und Selbstvertrauen, denn es sind Errungenschaften, die das Kind aus eigenem Antrieb und mit eigener Kraft erreichen kann.“ Bewegung sei damit der Motor und Mittler des Lernens und rege so viele Entwicklungsprozesse an.


Raum für Bewegung
Am Grundschul-Unterrichtsthema „Der Baum“ könne schnell gezeigt werden, was der „normale“ Unterricht vermittelt. Schnell lasse sich darstellen, wie sich Bäume in den Jahreszeiten wandeln. „Wie sie aber direkt beschaffen sind, riechen und sich anfühlen, bleibt dabei leicht auf der Strecke.“ Bewegung im weiteren Sinne sei dazu gefragt, um einen Baum zu erfahren.

Zimmer gab auch verschiedene Hilfen und Tipps, wie im Alltag, in der Familie, im Kindergarten und in der Schule mehr Raum für Bewegung geschaffen werden kann.

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