Keine weiteren Anlagen bauen
Von Sven Mertinkat
Frage: Herr Brinkmann, es gibt in der Region bereits mehrere Biogasanlagen. Landwirte setzen auf Energieproduktion als zweites Standbein. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Brinkmann: Die Entwicklung, dass immer mehr Biogasanlagen in der Region entstehen, sehe ich sehr kritisch. Denn das hat negative Auswirkungen auf unsere Landschaft. Ich werbe daher dafür, keine weiteren Biogasanlagen mehr bauen zu lassen.
Frage: Wo sehen Sie das größere Problem? In der Energieerzeugung durch Biogas im Allgemeinen, oder in der Häufung der Anlagen?
Brinkmann: Grundsätzlich ist eine Gewinnung von Energie durch Biogas eine gute Sache. Natürlich befürworte ich erneuerbare Energien anstelle der Verbrennung fossiler Stoffe zur Energiegewinnung. Das Problem liegt vielmehr in der Anzahl und der weiteren Ausweitung der Standorte.
Frage: Warum?
Brinkmann: Weil damit eine weitere Intensivierung landwirtschaftlicher Flächen einhergeht, was aus Sicht des Naturschutzes negativ zu bewerten ist. Zum Beispiel wird Grünland in Ackerland umgewandelt und so aus ökologischer Sicht abgewertet.
Frage: Was bedeutet hier Intensivierung?
Brinkmann: Durch die immer größer werdenden technischen Möglichkeiten der Landbewirtschaftung und den wirtschaftlichen Druck auf die Landwirte erfolgte über Jahrzehnte eine Entwicklung, bei der Aspekte des Naturschutzes oft zu kurz kamen, zum Beispiel durch das Verschwinden von naturnahen Landschaftsbestandteilen.
Die NWZ sprach zum Thema Biogas mit Martin Brinkmann, Kreistagsmitglied der Grünen-Fraktion und Aktiver im Nabu.
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