„Nur zu 15 Prozent zufrieden“
380 KV-LEITUNG Transpower löst Erleichterung und Kritik aus – Focke interveniert
VON KARSTEN KOLLOGE
Ganderkesee/Harpstedt - „Für Ganderkesee ist das eine erfreuliche Nachricht. Für Harpstedt bedauere ich das.“ – Gemischte Gefühle hat bei Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas die Nachricht ausgelöst, die am Dienstag aus Hannover kam. Die „Transpower“ teilte mit, dass sie die 380 kV-Leitung von Ganderkesee nach St. Hülfe im Bereich der Gemeinde Ganderkesee (vom Umspannwerk bis nördlich Klein Henstedt, 8,3 km) als Pilotvorhaben in der Erde verlegen will. Die restlichen 42 Kilometer wolle man als Freileitung bauen.
Ähnlich wie die Bürgermeisterin reagierte Gerd von Seggern, Sprecher der Ganderkeseer Arbeitsgemeinschaft gegen Elektrosmog (AGE). Es sei erfreulich, wenn Transpower jetzt erkannt habe, dass man Höchstspannungsleitungen „nicht bis auf 30 oder 50 Meter an Wohnhäuser heranbauen kann“. Dann sei „Krawall“ zu erwarten. „Schade“ sei, dass dieser Lernprozess bei Transpower fünf Jahre gedauert habe. Angesichts des Anteils der Erdverkabelung an der Gesamtstrecke sagte von Seggern: „Ich bin zu 15 Prozent zufrieden.“
„Widerstand“ erwartet die FDP-Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst jetzt im Bereich der Samtgemeinde Harpstedt. Sie habe nicht damit gerechnet, dass Transpower dort derartig über einen bereits gefundenen Konsens (mit mehreren Erdverkabelungsabschnitten) hinweggehe. Solche Unternehmen „scheren sich den Teufel“ darum, was vor Ort akzeptiert wird.
Der Landtagsabgeordnete Ansgar Focke (CDU) bedauerte, dass Transpower auch Flächen in der Henstedter Heide mit einer Freileitung überziehen wolle. Er habe dies im Gespräch mit Vertretern von Transpower und deren Mutterkonzern TenneT „als sehr unbefriedigend für die Natur und für die Menschen zurückgewiesen“.
Wie Angelika Brunkhorst, so rechnet auch Gerd von Seggern jetzt mit Klagen aus dem Bereich der Samtgemeinde Harpstedt. Die AGE werde gemeinsam mit der dortigen IG Hochspannung vorgehen. S.9
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