Hospizkreis findet immer wieder neue Interessenten
Begleitung Mitgliederzahl hat sich innerhalb von fünf Jahren bereits mehr als verdoppelt
Ganderkesee - So mancher Verein klagt über Mitgliederschwund. Der Hospizkreis Ganderkesee hingegen verzeichnet eine gegenläufige Entwicklung. Im Sommer 2005 von 51 Frauen und Männern gegründet, ist der Verein mittlerweile auf 111 Mitglieder angewachsen, stellte die Vorsitzende Chris Peikert-Baramsky auf der jährlichen Mitgliederversammlung fest.
Ziel und Aufgabe des Vereins ist in erster Linie die Begleitung von Menschen auf ihrem letzten Lebensweg, wobei auch deren Angehörige mit betreut werden. Darum kümmern sich derzeit 37 speziell ausgebildete, ehrenamtlich tätige Mitglieder, die wie Ärzte oder Geistliche der Schweigepflicht unterliegen.
Im Bereich Hospizbegleitung hat der Verein im vergangenen Jahr 30 Sterbende und deren Angehörige im häuslichen Umfeld, im Heim und auf der Palliativstation begleitet, berichtete Peikert-Baramsky. Außerdem konnte 2009 der erste vereinseigene Fortbildungskursus für Hospizbegleiter abgeschlossen werden. Daran nahmen 13 Interessierte im Alter zwischen 18 und 67 Jahren teil. Wegen der großen Nachfrage beginnt an diesem Wochenende ein zweiter Kursus mit einer mehrtägigen Einführung.
Die Ausweitung der hospizlichen Aktivitäten auf Hude sei von Bürgermeister Axel Jahnz großzügig unterstützt worden, bedankte sich die Vorsitzende.
Auch der zweite Schwerpunkt des Hospizkreises, die Trauerbegleitung, wurde weiter ausgebaut. Jeweils eine Trauergruppe und ein Trauercafé sind im Ort Ganderkesee und in Bookholzberg fest etabliert. Eine dritte Trauergruppe wurde Anfang März 2010 im Elmeloh gegründet.
Ein wichtiger Schritt für den Verein, so Peikert-Baramsky, war der Umzug in die Lindenstraße 12 mit neuen größeren Räumlichkeiten. Neben einem Büro für die hauptamtliche Koordinatorin Linda Bahr stehe auch ein Gruppenraum für die ehrenamtlichen Mitarbeiter und für die Vorstandssitzungen zur Verfügung.
Zu den tragenden Säulen der Hospizarbeit gehört die Öffentlichkeitsarbeit – mit offenen Hospizabenden, die auch nach Hude ausgeweitet wurden, und einem großen Themenabend im Rathaus, aber auch mit Informationsveranstaltungen in Schulen oder Vorträge in anderen Institutionen. Alle Veranstaltungen sollen Mut machen, Sterben und Tod als Teil des Lebens anzunehmen und über diese Themen nachzudenken, so Peikert-Baramsky. .
In einem Extrabericht informierte der stellvertretende Vorsitzende des Diakoniekonvents, Erich Kurzawski, die Vereinsmitglieder über die aktuelle Entwicklung des geplanten stationären Hospizes auf dem Gelände des Lutherstifts in Falkenburg. Der Diakoniekonvent will auf seiner nächsten Sitzung in zwei Monaten über dieses Projekt entscheiden. Die Zustimmung gilt als sicher.
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