GANDERKESEE, 22. März 2010


„Wattebausch“ nicht dressierbar

Ausstellung Exotische Tiere ziehen in ihren Bann – Mathilda hat Milben


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„Gar nicht glitschig“ fand Luisa (rechts) den Riesenpython. Marleen (vorn links) stimmte zu. BILD: Karsten Kolloge  Bild vergrößern

Was manche gruselt, lockte andere an: Spinnen und Schlangen waren die „Stars“ im Schützenhof. Mathilda musste allerdings in Quarantäne bleiben.

von Karsten Kolloge

Ganderkesee - Thomas Maatz kennt das schon. Wenn die Ausstellung „Tropia“ ihre Türen öffnet, dann sind die Reaktionen der Besucher sehr unterschiedlich. „Abscheu, Ekel, Furcht, Freude – alles, was man sich vorstellen kann“, erlebe er dann. Am Wochenende waren derlei Gefühlsvarianten im Schützenhof zu beobachten. Reptilien, Amphibien, Spinnen und Insekten zogen dort in ihren Bann.

„Man denkt ja, sie ist glitschig“, meinte die zehnjährige Luisa, als sie mit Hilfe von Maatz erstmals Bekanntschaft mit einem kleinen Tigerpython machte. Doch das Gegenteil sei der Fall: „Die ist ganz weich“, fühle sich trocken an. Luisa, Marleen (sieben) und Yara (acht) nahmen die 1,80 m lange Schlange mutig auch auf die Schulter – und wunderten sich über die Bewegungen: „Die denkt, du bist ein Baum.“


„Noch ein Baby“
Zurzeit, so sagte Maatz, sei die Würgeschlange „noch ein Baby“, gerade mal zwei Jahre alt. Später „geht das nicht mehr, sie sich um den Hals zu legen“. Deutlich gefährlicher als der Riesenpython seien die Grüne Anakonda, der Netzpython und der Felsenpython.

Manch ein Gast, so sagte der Schausteller, komme ganz gezielt in die Ausstellung, um eigene Ängste abzubauen. Das gelte auch für Spinnen-Phobien. „Überwiegend Frauen“ seien da betroffen.

In solchen Fällen komme üblicherweise „Mathilda“ zum Einsatz, eine Rotknie-Vogelspinne. Diese Art sei die „klassische Horrorfilm-Tarantel“ – aber ganz zu Unrecht. „Das ist eigentlich die liebste Vogelspinne, die es gibt, sie wurde von Hollywood missbraucht.“ Zähmen oder gar dressieren lasse sich solch eine Spinne allerdings nicht.


Wie ein Wattebausch
Mathilda, so findet Maatz, „fühlt sich sehr kuschelig an, wie ein großer Wattebausch“. Wenn sie auf der Hand sitzt, dann „merkt man das kaum“. Die Ganderkeseer mussten auf diesen Wattebausch allerdings verzichten. Denn: „Mathilda hat Milben.“ Zurzeit befinde sich die Rotknie-Vogelspinne in einem Quarantäne-Becken – „damit nicht der ganze Bestand erkrankt“.

Eher reserviert zeigte sich in Ganderkesee Jemen-Chamäleon „Charly“. Eigentlich wollte Maatz den kleinen Kerl aus dem Terrarium nehmen und vorstellen, doch das klappte nicht. Charly habe da seine ganz eigene Art, das auszudrücken: „Man sieht das an der Färbung. Ein helles Grün oder ein leuchtendes Gelb – das heißt, er will nicht.“

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