GANDERKESEE, 22. März 2010


Haydns Humor mit Witz und Spielfreude serviert

Rathauskonzert Vergnüglicher Abend mit Fortepiano – Trio fesselt auch mit musikalischen Zwiegesprächen


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Bot einen vergnüglichen Abend: das Trio Fortepiano BILD: Karsten Kolloge  Bild vergrößern

„Fortepiano“ bot ein abwechslungsreiches Rathauskonzert. Mit Musik brachte das Trio die Zuhörer auch zum Lachen.

von Itte Jakob

Ganderkesee - Wenn drei Musikerinnen ein Kammermusikprogramm wählen, in dem alle Komponisten im 18. Jahrhundert geboren sind, könnte man annehmen, der musikalische Ablauf sei recht gleichförmig. Weit gefehlt: Wie abwechslungsreich kann doch klassische Musik sein, die bis zur Frühromantik reicht!

Das Trio Fortepiano aus Frankfurt/Main mit Julia Huber (Violine), Anja Enderle (Violoncello) und Miriam Altmann (Hammerflügel) eröffnete den musikalischen Reigen mit Mozarts Spätwerk KV 564. Etwas mehr Mozartische Leichtigkeit hätte der Interpretation gut getan, zumal sie bei der anschließenden Sonate D-Dur von Muzio Clementi op. 21,1 vom ersten Ton an spielerisch zum Tragen kam, vor allem bei der Geläufigkeit der Pianistin und dem zopfig-graziösen Allegretto.

Der Böhme Adalbert Gyrowetz ist in die Musikgeschichte eingegangen mit Singspielen und Opern, doch entzücken auch seine Kammermusikwerke wie hier die Sonate Es-Dur, op.23.1. Zusätzlich fesselte das Trio Fortepiano durch musikalische Zwiegespräche und spannungsgeladene Generalpausen.

„Haydn finde ich witzig“, hat einmal Pianist Alfred Brendel gesagt. Diese Witzigkeit gilt auch für den Komponisten J. M. Kraus, dessen Trio in D-Dur munter-spritzig daherkommt. Der Klavierpart ist fast solistisch gestaltet und wurde von Miriam Altmann souverän gemeistert, – die Streicher unterstützten sie mit pizzicati als Klangteppich. Doch beim dritten Satz „Ghiribizzo“ konnten alle drei gleichermaßen die schrulligen Einfälle des Komponisten genießen. Sie brachten die Zuhörer zum Lachen wie seinerzeit Alfred Brendel in Tokio.

Entsprechend war das Trio von Joseph Haydn Hob. XV.27 der überaus heitere Abschluss eines homogenen Kammermusikabends. Der reizende Versuch der drei Musikerinnen, das Andante dramatisch zu gestalten, sollte bewusst nicht gelingen, weil Haydns Humor und die Spielfreude besonders bei der Geigerin überwogen.

Man merkt den Musikerinnen an, dass sie seit 1997 zusammenspielen; sie werfen sich die „Bälle“ zu beim exakten Einsatz, wobei das über 300 Jahre alte Cello von Anja Enderle wohltuend die tragende Basis für die zarten Klänge der Violine und des Hammerflügels ist.

Der vergnügliche Abend erforderte natürlich eine Zugabe: ein Adagio von Koželuch, dessen volkstümlich-naiver Melodiencharakter wieder halbwegs zum nötigen Ernst zurückführte.

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Herzlicher Beifall!




 



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