GANDERKESEE, 22. Juni 2010


Wenn Schwingungen den Schlaf rauben

Infraschall Gemeinde legt Mess-Ergebnisse vor – Betroffene kritisieren Modalitäten – Brummton


„Infraschall“ vermuten mehrere Ganderkeseer als Ursache ihrer massiven Schlafstörungen. Mit großem Interesse, aber auch mit Kritik erwarten sie die Bekanntgabe von Mess-Ergebnissen.

von Karsten Kolloge

Ganderkesee - Für eine der Betroffenen ist es eine Tortur. „Rund um die Uhr“ hört die Orts-Ganderkeseerin „diesen Brummton“. Nachts schlafe sie kaum mal vier Stunden am Stück, die Schwingungen spüre sie dann im ganzen Körper, in jedem Raum. Und auch andere leiden, teils werden die Erschütterungen sogar protokolliert. Die gemeinsame Vermutung: „Infraschall“, also tieffrequenter Schall, der sich von einer bislang unbekannten Quelle ausbreite, raube den Schlaf. Mit großem Interesse sehen Betroffene diesem Dienstag, 22. Juni, entgegen. Denn die Gemeinde hat Infraschall-Messungen veranlasst – und will die Ergebnisse jetzt vorstellen.

Es seien wohl mehr als 20 Orts-Ganderkeseer betroffen, schätzt Jörg Vollstedt, Sprecher der Gruppe. Bei ihm selbst sei es so, dass er nachts wach werde, etwas Unwohlsein spüre. Anders sei es, wenn er nicht in Ganderkesee ist: „Dann schlafe ich durch.“

Bereits am 27. August 2009 hatte die Gemeinde einzelne Betroffene zu einem Gespräch geladen. Damals sei zugesagt worden, dass die Vermutung überprüft wird – und zwar unbemerkt von der Öffentlichkeit. Die Messung folgte dann im März/April 2010 in zwei Haushalten im Ort Ganderkesee.


Einbeziehen vermisst
„Sehr lange gedauert“ habe der gesamte Vorgang, findet Vollstedt. Er und auch andere Betroffene ließen klar erkennen, dass sie der Bekanntgabe an diesem Dienstag auch mit Kritik entgegensehen. Warum? Zunächst habe das beauftragte Institut gar nicht gefragt, welche Erkenntnisse die Betroffenen beisteuern könnten. Zweitens sei an einer Messstelle „ein Brummen“ festgestellt worden – woraufhin das Institut mit dem Messen noch einmal neu begonnen habe. Drittens wäre eine Messung an drei Standorten sinnvoller gewesen – um die mögliche Quelle besser lokalisieren zu können.

„Wir wissen nicht, was genau und wie gemessen wurde“, bedauert Vollstedt. Entscheidend sei, ob der tieffrequente Bereich von 6 bis 8 Hertz, möglichst auch noch darunter, erfasst wurde. „Das ist ein Bereich, wo Schallfrequenzen auf Organe wirken.“ Wichtig sei ferner, nicht nur Schall-, sondern auch Stoßwellen zu erfassen. Denn die würden durch die Erde geleitet, „wie in einem Wackelpudding“. Wichtig seien auch seismographische Untersuchungen, um die Schwingungen am Gebäude zu ermitteln.

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Nicht Vögel aufnehmen
Als wenig tauglich kritisierte eine Betroffene das Messverfahren, das vor wenigen Jahren durch das Gewerbeaufsichtsamt angewandt worden sei. Da sei mit dem Mikro in der Hand gemessen worden. „Auf diese Weise kann man wohl eher Vogelstimmen aufnehmen.“




 

Leserkommentare (1)
Cornelia_R
- 23.06.2010 13:03 Uhr
Ja da muss richtig gemessen werden. Hier in Oldenburg nehme ich das nämlich auch wahr. Im Brummton-Forum wird über einen Zusammenhang mit Gasleitungen regerigiert. Frequenzbereich könnte stimmen. Bitte weiterleiten - dringend!

@ Redaktion.



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