Elektronik verdrängt Kreide
Neue Medien Interaktive Tafeln werden an zwei Ganderkeseer Schulen eingesetzt
Ein Beamer projiziert das Tafelbild: Für die Elftklässlerinnen Lara Sulecki (links) und Malin Famulla (rechts) gehört die neue Technik schon zum Alltag. Sie arbeiten regelmäßig bei ihrem Lehrer Marian Münch (hinten) mit der Tafel. BILD: Gerrit Pfennig 
von Gerrit Pfennig
Ganderkesee - Die grüne Tafel hat langsam ausgedient: An vielen Schulen ersetzen inzwischen interaktive, elektronische Tafeln die Kreide. Auch in Ganderkesee wird diese moderne Technik bereits genutzt: Neben der Haupt- und Realschule hat auch das Gymnasium einen Klassenraum mit einer interaktiven Tafel ausgestattet. Auf der weißen Oberfläche wird mit einem speziellen Stift geschrieben, der von Induktionsschleifen in der Tafel erkannt wird. Ein Schrifterkennungsprogramm setzt die Schreibschrift darauf in Druckschrift um und ein Beamer projiziert den Text schließlich auf die Tafel.
Tafelbild wird flexibler
Der Englisch- und Geschichtslehrer Marian Münch ist am Gymnasium zuständig für das Medienkonzept und die Anschaffung von neuen Geräten. Er ist überzeugt von der neuen Technik: „Sie bietet Vorteile, weil ich das Tafelbild beliebig vergrößern und verschieben kann.“
Seit Beginn des Schuljahres verfügt das Gymnasium über diese interaktive Tafel. Münch nutzt das Gerät regelmäßig mit seinem Leistungskurs Geschichte. „Hier kann ich den Schülern sagen: Konzentriert Euch auf das, was Ihr sagen wollt“, erklärt der Lehrer. Die Ergebnisse der Stunde könnten nämlich einfach abgespeichert und den Schülern per E-Mail zugeschickt werden. Dazu könne man mit Filmsequenzen arbeiten oder mit Bildern, Karikaturen und Grafiken.
„Dieser Raum wird von den Kollegen immer mehr genutzt“, sagt Münch. Deshalb wolle die Schule auch bald ein zweites Gerät anschaffen. Das Gymnasium verfügt auch über zwei Wagen mit 16 Laptops, die bei Recherchen im Klassenraum eingesetzt werden, und vier Beamer-Wagen, die mit Laptop, Beamer und Lautsprechern ausgestattet sind. „Damit ist man flexibler als mit dem Computerraum, in dem die Informatiker Vorrang haben“, meint Münch. Trotzdem betont der Gymnasiallehrer: „Die Medien ergänzen den Unterricht, bestimmen ihn aber nicht.“
Medien Teil der Lebenswelt
Viele Lehrer sind vom Einsatz der neuen Medien im Unterricht überzeugt. „Es geht alles immer auch anders, aber die Kinder haben in ihrer Lebenswelt viel mit digitalen Medien zu tun“, erklärt Dr. Renate Richter, die Schulleiterin des Gymnasiums.
Auch bei den Jüngsten hat der Computer schon lange Einzug gehalten. An der Grundschule Habbrügge gibt es einen Computerraum mit zehn Geräten – so schnell wie möglich will der Förderkreis der Schule dazu Laptops für jeden Raum anschaffen. „Unterricht ist auch ohne Computer möglich“, räumt Schulleiterin Christine Büsselmann ein. Sie schätze aber die vielen Möglichkeiten, besonders die eigenverantwortliche Recherche in Lernprogrammen und im Internet.
Vielen Schulen in Ganderkesee hat das Konjunkturpaket II eine bessere Ausstattung mit elektronischen Medien gebracht. 2009 wurden 45 000 Euro investiert, im vergangenen Jahr 86 400 Euro. Grundlage für die Hilfe vom Land war eine Beteiligung der Kommunen von zehn Prozent. Die Gemeinde zahlte rund 13 000 Euro.
Sieglinde Jahn vom Fachbereich Schulen und Sport ist überzeugt von der guten Kooperation zwischen der Gemeinde und den Schulen: „Wir haben jedes Jahr einen Posten von 25 000 Euro im Haushalt, um Computerräume zu erneuern.“ In den vergangenen Jahren habe sich dieser Betrag stets mit dem Bedarf der Schulen gedeckt.
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