GANDERKESEE, 27. April 2011


Jagd auf Ganter ohne jedes Blutvergießen

Kunst Jürgen Leibner folgt Gesellen aus Polyester – Fasziniert vom Flaggenmeer


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BILD: Karsten Kolloge  Bild vergrößern

Der Ex-Berliner hat die GanterART-Ganter fotografiert und miteinander verglichen. Auf seiner Suche musste er bislang erst zweimal passen.

von Karsten Kolloge

Ganderkesee - Zweimal musste Jürgen Leibner passen. Einmal war ihm der Weg zu weit („Bayern, wann kommt man da schon hin!“), im anderen Fall hieß es, das Ziel seiner Neugierde sei „kaputt“. Aber ansonsten gilt: Alle anderen 48 Ganter, die vom Verein GanterART seit 2007 als dreidimensionale Leinwände auf die Reise geschickt worden sind, wurden mittlerweile von Leibner aufgesucht, fotografiert – und auch bewertet.

Er sei quasi „Ganter-Jäger“, beschrieb sich der gelernte Tischler lachend. Vor zweieinhalb Jahren war der waschechte Berliner nach Ganderkesee gezogen – und sofort fasziniert von den 1,80 Meter großen Polyester-Gesellen, die mal als Deko, mal als Werbeträger fungieren, aber immer kunstvoll gestaltete Botschafter Ganderkesees sind.


Nicht alle vergleichbar
Bei seinem ganz persönliches „Ranking“ klammerte der 67-Jährige ein paar Wappentiere aus, die aufgrund der Materialien nicht mit ihren anderen Artgenossen zu vergleichen seien. „Zum Beispiel die Ganter in Kirchkimmen und Bookholzberg, die hätten beide einen ,Sonderpreis’ verdient, schon allein wegen der verwendeten Keramik. Tolle Arbeit.“

Gleiches gelte für den „Edel-Ganter“ vor dem Alten Rathaus („von einem Meister seines Fachs gestaltet“) und den NWZ -Ganter, dessen glitzerndes Gefieder aus verformten CDs besteht. Leibner: „Hut ab vor solchen Leistungen!“


Meer von Flaggen
Sein Favorit für Platz eins steht in Stenum: der Ganter vor der Orthopädieklinik. Es habe ihn sofort beeindruckt, wie hier ein Meer von Flaggen (derjenigen Staaten, aus denen Patienten kommen) integriert wurde auf einer Figur, die mit schwarzer Brust, roten Beinen und gelben Füßen die deutschen Farben widerspiegelt.

Rang zwei vergab Leibner zweimal – für die Ganter vor der Grundschule Lange Straße und der Haupt- und Realschule Am Steinacker. Dritte wurden der Rathaus-Ganter, der bei Schüttke-Haus-Bau in Bookholzberg, der bei der Donnerschwee-Kaserne in Oldenburg und der bei Starofit im Ganderkeseer Industrie- und Gewerbegebiet.

Natürlich, so räumte Leibner ein, gebe es auch Ganter, „die mir überhaupt nicht gefallen“. Welche das sind? Der passionierte Ganter-Jäger lachte – und schwieg.

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