GANDERKESEE, 7. Mai 2011


Nach fünf Stunden alles im Griff

Polizei Spektakuläre Großübung – Szenario geht von einer Geiselnahme aus


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Auch Spezialkräfte der Polizei wirkten an der Übung mit, die von Polizei-Schiris und -Beobachtern verfolgt wurde. BILD: Kolloge  Bild vergrößern

Ein Großaufgebot der Polizei und weitere Helfer probten den Ernstfall. Es galt, eine Geisel zu befreien.

von Karsten Kolloge

Ganderkesee - Für die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land kam’s am Freitag ganz dicke. Erst wurde ein Richter aus dem Amtsgericht Wildeshauser entführt und ein Wachmann angeschossen, dann, auf der Flucht des Täters, folgte ein schwerer Unfall in Dötlingen – und schließlich sogar noch eine zweite Geiselnahme, diesmal in Ganderkesee. Die gute Nachricht bei so viel „Gewalt“: Alles war nur Teil einer Übung.

Aber von Anfang an. Um 9.15 Uhr war es, als ein Mann ins Amtsgericht Wildeshausen stürmte. Ein „leidenschaftlicher Waffensammler“ sei das gewesen, zitierte Polizeipressesprecherin Kerstin Epp später aus dem Drehbuch. Die Annahme: Dem Mann sei nach einer Trunkenheitsfahrt der Führerschein entzogen und das Führen von Waffen verboten worden. Jetzt sann er auf Rache.

Im Gericht nahm der Mann den dortigen Richter in seine Gewalt, auf dem Fluchtweg schoss er auf einen Wachmann und verletzte diesen.

Was folgte, war eine rasante Fluchtfahrt des Täters mit seiner Geisel in Richtung Norden. Zwischen Busch und Aschenstedt krachte es. „Drei unbeteiligte Insassen schwer verletzt“, lautete die Meldung, jetzt rückten auch Feuerwehr und Sanitäter aus.

Um 11.40 Uhr tauchte der Täter mitsamt dem Richter in Ganderkesee auf. Im Rathaus drang er ins Zimmer 117 ein, nahm eine Mitarbeiterin der Waffenbehörde als Geisel. Unterdessen konnte sich der Richter befreien. „Ich bin das Opfer“, erklärte der Mann, immer noch Kabelbinder um die Hände, umstehenden Gemeindemitarbeitern. Ein Notruf wurde abgesetzt,

Wenig später tauchten zwei Männer mit Kameras vor dem Rathaus auf. „Presse“, erklärten die in Zivil gekleideten Polizeibeamten Jürgen Balt-rock und Jürgen Paluch – und zogen „Presseausweise“ aus der Tasche. „Selbst gedruckt“ seien die, grinsten die beiden. Der Hintergrund ihres Einsatzes: Zu den Aufgaben der jetzt anrückenden Polizei würde es auch zählen, Dritte vom Tatort fernzuhalten.

Fernsehreife Szenen folgten später im Rathaus. Spezialkräfte rückten an, in Schwarz gekleidet, bewaffnet. Um 14.15 Uhr hieß es dann: Übungslage beendet – mit der Festnahme des Täters.

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Und das Fazit? Bedrohungslagen wie in der Übung „kommen im Alltagsgeschäft der Polizei immer wieder vor“, so Kerstin Epp. Da komme es dann auf das Zusammenwirken unterschiedlicher Dienststellen, Behörden und Rettungsdienste an. Für Freitag zog sie ein positives Fazit.






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