GANDERKESEE, 26. Oktober 2011


Falsches Spiel mit Gewinnversprechen in Ganderkesee

Ärger Ganderkeseerin bekommt regelmäßig Post von dubiosen Firmen – Verbraucherzentrale warnt


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Gisela Binder ärgert sich über die dubiosen Gewinnversprechen. BILD: Christine Henze  Bild vergrößern

Vor allem ältere Menschen werden regelmäßig mit Gewinnversprechen zu Kaffeefahrten gelockt. Über die „Niedersächsische Treuhand“ ärgert sich Gisela Binder.

CH

Ganderkesee - „Sehr geehrte Frau/Sehr geehrter Herr, Sie haben gewonnen“, so oder zumindest so ähnlich könnte die zunächst erfreuliche Post im Briefkasten beginnen. Doch der Adressat dahinter ist kein freundlicher Zeitgenosse, der sein Geld unter die Leute bringen möchte. Diese Erfahrung machte auch Gisela Binder aus Ganderkesee, die regelmäßig mit Gewinnversprechen bombardiert wird – und das, obwohl sie nie antwortet.

Mit Namen wie „Niedersächsische Treuhand“ versuchen die Abzocker dabei eine Verbindung zu seriösen Unternehmen herzustellen. Und tatsächlich gibt es die „Niedersächsische Landestreuhandstelle“ in Hannover, welche die von ihr zur Verfügung gestellten Programme über eine Bank abwickelt. Dieses Prozedere hat sich die „Niedersächsische Treuhand“ angeeignet, indem sie ihren Gewinnern Gutschriften in Form eines Treuhandtravelkontos anbietet. Bei diesem „Konto“ handelt es sich um eine Art Gutschein, der in Verbindung mit einer Reise verrechnet wird. Bargeld gibt es nicht.

„Treuhand klingt ja auch nach etwas“, betont Binder. „Das alles gehört zur Masche dieser Unternehmen. Der Name ist immer neu, die Firma dahinter bleibt die gleiche“, erklärt Christel Lohrey, die Leiterin der Verbraucherzentrale Oldenburg. „Diese Firmen wollen eine bewusste Assoziation zu seriösen staatlichen Stellen oder Prominenten erzeugen.“

Seit Jahren sei die „Niedersächsische Treuhand“ bundesweit aktiv, so Lohrey. Das sogenannte Treuhandunternehmen hat als Ansprechpartner nur ein Postfach in Stapelfeld bei Cloppenburg und den Namen Frau Ludwig, der verdächtig dem der prominenten Lottofee Karin Tietze-Ludwig ähnele. Stapelfeld sei eine beliebte Postfachadresse, erzählt Lohrey.

Wenn die Empfänger der Briefe antworten und die beigefügte Karte zurücksenden, finden sie sich auf einer Kaffeefahrt wieder und im schlimmsten Fall mit einer überteuerten Reise im Rückgepäck. Solche Firmen verlangen zudem oft noch Bearbeitungsgebühren, die nicht zurückerstattet werden.

Die Anschriften erwerben die Abzocker häufig über Preisausschreiben, das Telefonbuch oder Adresshändler. Die Einladungen würden auch vermehrt in den südoldenburgischen Raum versendet, erzählt die Leiterin der Verbraucherzentrale. Wichtig sei es daher immer, keine Telefonnummer oder Adresse anzugeben.

Auf Täuschung deutet es auch hin, wenn nur ein Postfach und keine Telefonnummer angegeben ist und eine Busfahrt kostenlos stattfinden soll. Wenn weitere Personen mitgebracht werden sollen und Druck gemacht wird, dass der Gewinn verfällt, sowie zusätzliche Geschenke und Verpflegung kostenlos versprochen werden, sollte man die Finger davon lassen, so Lohrey. Für die Empfänger solcher Einladungen sei es am besten, die Ruhe zu bewahren und nicht zu antworten.

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Leserkommentare (2)
gelato
- 31.10.2011 17:29 Uhr
Eigentlich sind gerade Ältere durch ihre Lebenserfahrung in der Lage, zu sagen: Umsonst gibt es auf der Welt nichts, also Finger davon. Aber offensichtlich gibt es noch Leute, die es glauben und drauf reinfallen. Ich bin auch in die Jahre gekommen, wie man so sagt, meine Reaktion auf diese Briefe: durchreissen, Papierkorb.
sigridBeenen
- 31.10.2011 13:37 Uhr
Hallo!
auch ich habe heute von der niedersächsischen Treuhand einen Kontoauszug über +1052€ erhalten, habe aber noch nie eine Kaffeefahrt mitgemacht:
Die Finanzverwalterin ist eine gewisse Karin Ludwig!!!
Meine Postleitzahl ist 46483 Wesel



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